Sujet 2018, Osterfestival
über.leben

31. Osterfestival Tirol

Das Festival betrachtet von 6. bis 21. April 2019 den mit unterschiedlichsten Emotionen geladenen Begriff Heimat.

Kategorie

Konzerte & Festivals

Datum

06.04.2019 - 21.04.2019

Veranstaltungsort

Osterfestival Tirol - diverse Aufführungsorte

Beschreibung

Eine Hommage an die Kunst: So lässt sich das Osterfestival Tirol am besten beschreiben. Das Mehrspartenfestival ist ein Ort des intellektuellen und kulturellen Austausches und soll für mehr Toleranz und Respekt sorgen. Der Einblick in andere Welten ergibt sich aus den jährlich wechselnden Mottos – 2019 heimat.welt –, die sich jeweils mit einem aktuellen Thema intensiver auseinandersetzen. Verschmelzung unterschiedlicher Kunstformen wie Musik, Performance, Tanz und Film werden in den Programmen des Festivals zusammengeführt. Das anspruchsvolle Programm vereint Neues und Altes aus allen Epochen und Kulturen. Ebenso verschieden wie die Programmpunkte sind auch die Veranstaltungsorte: Kirchen, Theater, Universität, Salzlager und mehr werden zu Begegnungsorten.

Festivalpass:
Mit dem Festivalpass erhalten Sie Zugang zu allen kostenpflichtigen Veranstaltungen des Festivals. Die Platzkarten erhalten Sie im Vorverkauf (Festivalbüro) oder an der Abendkassa.

Preis: € 180,- Vollpreis | € 90,- junge Menschen unter 26 Jahre - Nur um Festivalbüro erhältlich.  

Einzeltickets hier erhältlich!

Kontaktdaten

Festivalbüro und Karten:
Schmiedgasse 5
6060 Hall in Tirol
T. +43.5223.53808
F. +43.5223.53808-80

office@osterfestival.at
www.osterfestival.at

PROGRAMM

Sa. 06. April – 20.15 Uhr: Hall, Salzlager
Heimatsuche – Emigrationen Zemlinsky, Schönberg, Berg, Webern u.a.
Katrien Baerts – Sopran Het Collectief Ltg: Reinbert de Leeuw

Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein. Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind, und unsrer Atemzüge Frieden trug er hinaus in die helle Mondnacht. –Und aus dem Garten tastete zagend sich ein Rosenduft an unserer Liebe Bett und gab uns wundervolle Träume, Träume des Rausches – so reich an Sehnsucht! Otto Erich Hartleben – Liebesode.
In schwierigen politischen Zeiten versuchten die großen Musiker alle auf ihre Art mit ihrem Schicksal umzugehen und scheiterten zum Teil. Alban Bergs Musik wurde als jüdisch diffamiert, Schönberg musste auswandern – seine Professur wurde ihm aus rassistischen Gründen entzogen. Zemlinsky war, als er in den USA ankam, bereits ein gebrochener Mann. Das belgische Het Collectief spielt unter Reinbert de Leeuw ihre wunderbare Musik

So. 07. April – 20.15 Uhr: Hall, Salzlager
Go Figure Out Yourself (2018, Premiere im deutschsprachigen Raum)

In Go Figure Out Yourself treffen im unbegrenzten Raum fünf verschiedene Charaktere auf das Publikum. Die Performer führen mit Wort, Musik und Tanz die Besucher über unvorhersehbare und aufregende Wege in eine andere Welt. Das Auge betrachtet – aus der Nähe, aus der Ferne. Jeder macht sich sein eigenes Bild, die Grenzen zwischen Performer und Zuschauer verschwinden. Durch die freie Bewegung im Raum werden Sie Teil eines kollektiven Geschehens. Go Figure Out Yourself ist eine faszinierende gemeinsame Suche. Alles ist so wie es ist.

Mo. 08. April – 20.00 Uhr: Innsbruck, Leokino
Das weiße Band (2009, 144‘) - Eine deutsche Kindergeschichte

Ein Stillleben eines Dorfes im protestantischen Norden Deutschlands im Jahre 1913/14, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Es ist die Geschichte eines Dorfes und des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors, der kindlichen und jugendlichen Sänger sowie deren Familien – ein Querschnitt der Gesellschaft: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern. Das Dorf wird im Alltag von Glauben, Arbeit und feudalen Strukturen geprägt. Durch eine Reihe mysteriöser Unfälle gerät alles aus dem Lot. Mit der Zeit nehmen die Vorkommnisse den Charakter ritueller Bestrafungen an.

Di. 09. April – 20.15 Uhr: Hall, Salzlager
Fliegende Leere
Das Freiburger ensemble recherche – seit den Anfängen des Osterfestival Tirol immer wieder zu Gast – lässt von verschiedenen Weltkulturen inspirierte Musik erklingen. Im Zentrum stehen Werke der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan, die sich immer wieder auf ihre Heimat bezieht: HANG-SANG IV, das ständig Wiederkehrende, das Weiße des Pinselstrichs, die fliegende Leere; Imaginärer Tanz einer Dichterin – über die koreanische Literatin Chohui, die durch die Shinson (göttliche Wesen mit magischen Kräften) die Grenzen der Wirklichkeit überschreitet; Dreisam-Nore, ein Lied (kor. Nore) über den Fluss Dreisam. Claude Viviers Cinq chansons pour percussion sind wiederum Nachklänge einer Indonesienreise mit den metallenen Stimmen javanischer Buckelgongs, balinesischer und alpiner Glockenspiele, japanischer Klangschalen und thailändischer Gongs. Ein Fest der Sinne.

Mi 10. April – 20.15 Uhr Innsbruck, Haus der Begegnung
Gespräch mit Bischof Hermann Glettler

Das Herz des Menschen sehnt sich nach Zugehörigkeit. Kurz vor Weihnachten ist mir in der Innsbrucker Innenstadt, in der Nähe meines Hauses, ein älterer Mann aufgefallen. Er war offensichtlich verwirrt, auch ein wenig betrunken und fand nicht mehr zurück zu seinem Hotel. Im Trubel der Stadt verloren. Er stammte aus Südafrika und war mit einem Reiseunternehmen auf einer Viertagesreise „White Europe“ – dabei auch einen Tag in Innsbruck. Nach mühsamen Recherchen konnten wir sein Hotel finden. Es gibt nicht nur diese „verlorenen“ Touristen; Umherirrende, die sich in der heillosen Überfülle optimierter Reiseangebote nicht mehr auskennen. In unserer Wohlstandsgesellschaft besteht neben der überaus großen Not einer physischen Obdachlosigkeit mindestens so intensiv das Problem einer seelischen Obdachlosigkeit. Nicht selten kommen psychische Erkrankungen dazu…

Do. 11. April – 18.15 Uhr: Innsbruck, Leokino
Macondo (2014, 98‘)

Ramasan muss für einen Elfjährigen viel Verantwortung übernehmen. In der traditionellen tschetschenischen Gesellschaft gilt er seit dem Tod seines Vaters als Mann im Haus, der sich um seine Mutter und seine zwei jüngeren Schwestern kümmern muss. Seine Welt ist in Macondo angesiedelt, einer rauen Flüchtlingssiedlung mitten im Industriegebiet am Stadtrand von Wien. Ramasan spricht viel besser Deutsch als seine Mutter Aminat und agiert bei Amtswegen als Übersetzer. Sie ist auf seine Hilfe angewiesen, muss sie doch mit dem Verlust ihres Mannes, der Flucht aus Tschetschenien und dem harten Alltag als berufstätige, alleinerziehende Mutter in einer fremden Gesellschaft zurechtkommen. Ramasans enge Welt bricht mit Isa, ein Kriegskamerad des toten Vaters, auf. Isa stattet der Familie einen Besuch ab…

Fr. 12. April – 20.15 Uhr Innsbruck, Congress (Dogana)
PANORAMA – so viel wie möglich sehen (2018, Premiere im deutschsprachigen Raum)

Als eine der radikalsten Theatergruppen in Europa heute wird das italienische Künstlerkollektiv Motus gesehen, das 2018 mit seinem berührenden Stück MDLSX zu Gast beim Osterfestival Tirol war. Ihr neues Werk, Panorama, geht dem menschlichen Bedürfnis in Bewegung zu bleiben, sowie der Frage nach dem Wer und Was wir sind auf den Grund. Die zehn Performer, Mitwirkenden der multiethnischen Performance-Gruppe Great Jones Repertory Company (NY), haben alle aufgrund ihrer künstlerischen Entscheidungen Migration erlebt. Es vermischen sich biographische Ereignisse mit neuen Landschaften, in denen das Nomadentum zu einem grundlegenden Aspekt des Lebens wird. Sie werfen festgefahrene Sichtweisen um, die Menschen, Nationalitäten, etc. definieren sowie Ethnien, sexuelle Orientierungen, etc. in Kategorien einteilen wollen. Eine Hymne an Lebensformen ohne Grenzen und Vorurteile.

Sa. 13. April – 20.15 Uhr Hall, Salzlager
Am Fuße des großen Kreuzes

Jacob Lawrence – Tenor / Elam Rotem – Cembalo, Orgel

So. 14. April – 20.15 Uhr Hall, Salzlager
I put a spell on you (2018, Premiere im deutschsprachigen Raum)

I put a spell on you ist die erste Arbeit des iranischen Choreographen Ehsan Hemat (*1980). Er spricht über von außen herbeigeführte Beschränkungen, die das eigenständige Ich einer totalitären Autorität gegenüberstellt. Drei Personen sind in einem Raum eingesperrt, in dem man der Anwesenheit eines allmächtigen Beobachters nicht entkommt. Ihre zerbrechlichen Körper, die keine Privatsphäre haben, befinden sich in einem System der ständigen Kontrolle. Obwohl sie nicht miteinander in Kontakt treten und nicht kommunizieren können, versuchen sie gemeinsam auszubrechen. Ehsan Hemat begann seine künstlerische Arbeit in Shiraz (Iran) als Schauspieler. Bald zog es ihn nach Europa, wo er 2007 als Tänzer in William Forsythes Human Writes und seither in Belgien, aber auch in seinem Heimatland arbeitet.

Mo. 15. April – 19.00 Uhr Innsbruck, Literaturhaus am Inn
Begegnung: Heimat als Utopie?, Lesung mit Gespräch

Roberta Dapunt, Irena Brežná: Was ist Heimat, wo ist Heimat? Wo baue ich mein Haus, bin ich dann dort auch zu Hause? – Umfasst Heimat, dieses deutsche Wort, das in vielen anderen Sprachen keine Entsprechung hat, das ganze Bündel, das unser Aufwachsen an einem Ort ausmacht, wie es die ladinisch-italienische Poetin Roberta Dapunt in einem sehr zarten Artikel in der Süddeutschen Zeitung ausdrückt? Oder ist es für Schreibende die Sprache, sind es die Sprachen? Die Auferstehung in der deutschen Sprache ist das einzige Haus, das ich aufgebaut habe. So schreibt die slowakisch-schweizerische Schriftstellerin und Journalistin Irena Brežna in ihrem Essayband Wie ich auf die Welt kam. In der Sprache zu Hause (2018). Beide sind sehr intensive Stimmen der Gegenwartsliteratur und in mehreren Sprachen verankert: Am Abend werden sie über diese und weitere Fragen miteinander in einen Dialog treten.

Di 16. April – 20.15 Uhr Innsbruck, Congress (Dogana)
TrapTown (2018, Österreich-Premiere)

Wim Vandekeybus ist fasziniert von der Urkraft der Natur und uralten Mythen. In TrapTown begibt sich der belgische Choreograph in einen grenzenlosen und obskuren Kosmos der alten Seelen und entwickelt mit Hilfe von Tanz, Film, Text und Musik eine neue Mythologie. Auch in ihr sind die Urkonflikte vorherrschend, es wird versucht sich zu emanzipieren, was unmöglich erscheint. Vandekeybus führt uns in ein paralleles Universum – ohne Zeit und Raum. Die verschiedenen Kunstformen (Architektur, Musik, Tanz, Literatur und Film) vermischen sich und erzeugen eine neue Wahrnehmung. Unterstützt wird das Gesamtkunstwerk von Pieter De Buysser (Text), Trixie Whitley und Phoenician Drive (Musik) sowie dem Architektenduo Gijs Van Vaerenbergh. Alle zusammen führen das Publikum in eine neue Heimat von Orakeln, Katharsis und Euphorie.

Mi. 17. April – 20.15 Uhr Hall, Salzlager
Lamentatio Jeremiæ Prophetæ Joseph-Hector Fiocco

Die wunderbare Musik des belgischen Komponisten Joseph-Hector Fiocco (1703-1741), Kapellmeister in Antwerpen und Brüssel, ist uns wenig bekannt. Seine neun Leçons de ténèbres sind zum einen mit dem französischen Stil verbunden, zum anderen fest im italienischen Stil Vivaldis und seiner Zeitgenossen verankert. Die Klagelieder des Propheten Jeremias gehören zu den literarisch schönsten und ausdrucksvollsten Dichtungen des Alten Testaments. Zelebriert wurden sie in den nächtlichen Stundengebeten oder auch zur Matutin (in der Früh) des Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Das bei uns nicht mehr unbekannte belgische Ensemble Scherzi Musicali hat bereits viel Zeit mit Fioccos Musik verbracht, wofür sie international Anerkennung fanden. Der Leiter, Nicolas Achten, spielt nicht nur Cembalo, Laute und Harfe, sondern begleitet sich als Sänger – nach der Praxis in der Renaissance und im Barock – selbst. Ein Abend entrückter Schönheit

Gründonnerstag 18. April – 20.15 Uhr Hall, Salzlager
Olivier Messiaen Visions de l’Amen / Markus Hinterhäuser und Igor Levit – Klaviere

Der große französische Organist und Komponist Olivier Messiaen verfasste die Visions de l’Amen kurz nach seiner Rückkehr aus der deutschen Kriegsgefangenschaft. Es ist eine seiner wichtigsten Kompositionen für Klavier. In den sieben Visionen des Amen betrachtet Messiaen die irdische Leidens- und himmlische Erlösungsgeschichte der Menschheit. Sie werden emotional wie auch musikalisch auf beide Instrumente aufgeteilt: Dem ersten Klavier habe ich die rhythmischen Schwierigkeiten anvertraut, die Akkord-Trauben, alles, was Schnelligkeit, Charme und Klangfarbe betrifft. Das zweite Klavier übernimmt die melodische Führung, die thematischen Elemente, alles, was Emotion und Kraft ausstrahlt. Zwei außergewöhnliche Künstler – Markus Hinterhäuser und Igor Levit – lassen diese Visionen zu einem Klangrausch werden.

Karfreitag 19. April – 15.00 Uhr Hall, Herz-Jesu-Basilika (Stiftsplatz)
Karfreitagsliturgie / Cantori Gregoriani Milano Zelebrant: Prof. Dr. Dominik Markl SJ

Wer einmal erlebt hat, aus welcher Leere und Verlorenheit die am Boden liegenden Priester in der allen Schmucks beraubten Kirche des Karfreitags ihren Gottesdienst beginnen, dem kommt eine Ahnung an, was in unserem Leben „trotzdem“ bedeuten kann. Das „dennoch“ des Absurden, Camus hat es klar proklamiert. Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, was der durchschnittliche Bürger kaum je nur denken möchte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns wird genau erzählt, in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, Jahrhunderte alten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus – vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen wir „O crux, ave“ – sei gegrüßt, Kreuz – und in langer Klage über sein Leid fragt Christus selbst „Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te? Responde mihi. / O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt ich dich? Antworte mir!

Karfreitag 19. April – 20.00 Uhr Innsbruck, Leokino
Das 1. Evangelium – Matthäus Il Vangelo Secondo Matteo (1964, 136’)

Um das Evangelium erzählen zu können, musste ich mich daher in die Seele eines Gläubigen versenken. Das ist die indirekte freie Rede (le discours indirect libre): Einerseits ist die Handlung durch meine eigenen Augen gesehen, andererseits durch die Augen eines Gläubigen.

Pasolini folgt in seinem 1964 entstandenen und berühmten Il Vangelo Secondo Matteo dem Matthäus-Evangelium. Er zeigt sein individuelles Bild dieser Heilsgeschichte, in dem – so wie in vielen seiner Filme – vor allem der soziale Aspekt Christi Botschaft (Leben, Sterben und Auferstehung) herausgearbeitet wird. Jesus ist ein Provokateur, seine Predigten radikal, er steht für ein Leben auf Erden wo Gerechtigkeit und Brüderlichkeit den Menschen bewegen und leiten. Die Besetzung des Films ist eine Mischung von professionellen Schauspielern, aber auch Laien, darunter Freunde, Bekannte sowie seine Mutter – in der Rolle der Maria.

Karsamstag 20. April – 07.00 Uhr Hall, Herz-Jesu-Basilika (Stiftsplatz)
Trauermette / Cantori Gregoriani Milano

Die Wasser des Todes umwogten mich, die Fluten des Unheils umgaben mich. Da gähnten offen die Tiefen des Abgrunds... Er streckte die Hand aus der Höhe und fasste mich, heraus zog er mich aus den großen Wassern. Er führte mich hinaus in die Weite, Er brachte Rettung mir, weil er mich liebte.

Eine Leuchte lässt du strahlen, in mein Dunkel bringst du, o Gott, das Licht. (Psalm 17)

Er hat mich geführt und lassen gehen in die Finsternis und nicht in das Licht. Er hat seine Hand gewendet wider mich, und handelt gar anders mit mir für und für. Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht, und mein Gebein zerschlagen. Er hat mich verbauet, und mich mit Galle und Mühe umgeben. Er hat mich in die Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt. Er hat mich vermauert, dass ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt. Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.

Karsamstag 20. April – 20.15 Uhr Hall, Salzlager
Aus der Tiefe... Messiaen Et exsecto…, Scelsi, Ustvolskaya, Varèse / Windkraft - Kapelle für Neue Musik Ltg: Kasper de Roo

Im Zentrum der neuen Kooperation mit dem Tiroler Ensemble Windkraft steht Olivier Messiaens Et exspecto resurrectionem mortuorum (Und ich erwarte die Auferstehung der Toten, Text aus dem liturgischen CREDO). Messiaen schrieb dieses Werk in Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege – kein Requiem, sondern ein Bekenntnis des Glaubens. Der Tod? Es gibt ihn natürlich. Ich für meinen Teil betone die Auferstehung! Er bindet u.a. den Gesang des Uirapuru ein, den – der Legende nach – ein Sterbender in der Stunde des Todes hört. Als definitiv spirituell beschreibt Galina Ustvolskaya ihre Musik, weil ich alles von mir gegeben habe. Meine Seele, mein Herz. Ihre Symphonie Nr. 5 („Amen“) bildet den musikalischen Gegenpol zu Messiaen. Die klangliche und räumliche Verbindung stellen Edgar Varèses Intégrales und Giacinto Scelsis I presagi – das in drei Sätzen den Untergang der Maya-Stadt vorhersagt.

Ostersonntag 21. April – 20.15 Uhr Innsbruck, Congress (Dogana)
Twenty-seven perspectives (2018, Premiere im deutschsprachigen Raum)

Ich stelle mir Twenty-seven perspectives als ein Stück mit Resonanz vor, ein leeres Blatt, mit dem ich immer wieder anfange. Maud Le Pladec

In ihrem neuen Stück Twenty-seven perspectives steht für Maud Le Pladec die Musik im Zentrum. Die junge, französische Choreographin macht aus Schuberts Unvollendeter eine geisterhafte Partitur, aus der sich Tanz entwickelt – ein Spiel, eine Meditation mit der Zahl 27. Kann ich sehen, was ich hören kann, oder kann ich hören, was ich sehen kann? In anderen Worten, wie kann man Musik betrachten und Tanz hören? Die Bewegungen sowie Gesten der Tänzer werden zu virtuellen und tugendhaften Gegenpunkten zwischen dem Hören und Sehen, der Bewegung und den Schwingungen und Stille eines trügerischen Scheins. Gemeinsam mit dem Komponisten Pete Harden taucht sie tief in das musikalische Monument ein und lässt eine tänzerische Symphonie voll Schönheit und Poesie erstehen.   

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