Whistle and I'll come to you eine Ausstellung von den jungen Künstlern Matthias Noggler, Birke Grom und Nora Kapfer über die gegenwärtige Verfasstheit der Welt.
Ausstellung

Whistle and I'll come to you

Die jungen Künstler*innen, Matthias Noggler, Birke Gorm und Nora Kapfer, widmen sich mit den Mitteln der Malerei möglichen Sprachformen angesichts der gegenwärtigen Verfasstheit der Welt.

Kategorie

Ausstellungen

Datum

24.11.2018 - 06.01.2019

Veranstaltungsort

Galerie der Stadt Schwaz - Palais Enzenberg
Franz-Josef-Straße 27
6130 Schwaz

Beschreibung

Der gebürtige Innsbrucker Matthias Noggler hat Birke Gorm und Nora Kapfer zu einer gemeinsamen Präsentation eingeladen. Die jungen Künstler*innen widmen sich mit den Mitteln der Malerei möglichen Sprachformen angesichts der gegenwärtigen Verfasstheit der Welt. Diese Mittel sind immer auch in Relation zu konkurrierenden Bildformen zu sehen, z. B. fotografischen oder filmischen, die massenhaft vagabundieren, geteilt und vervielfältigt werden.

Öffnungszeiten:
Mi-Fr: 12 - 18 Uhr
Sa: 10 - 15 Uhr 
und nach telefonischer Vereinbarung

Kontaktdaten

Galerie der Stadt Schwaz - Palais Enzenberg
Franz-Josef-Straße 27
6130 Schwaz
T. +43.5242.73983

galerie@derstadtschwaz.at
www.galeriederstadtschwaz.at

Die drei Künstler*innen gehen sehr präzise und zugleich unterschiedlich mit dem Medium um. Die Unaufgeregtheit, mit der sie durch die durchaus beängstigende Vielfalt an Möglichkeiten, die die Kunstgeschichte bereithält, navigieren, ist kennzeichnend für eine Malerei heute, wo alle Konzepte schon durchgesetzt sind, ideologische Grenzziehungen (etwa zwischen Abstraktion und Figuration) keine Relevanz mehr haben, alle Ausdrucksformen, Strategien, Widersprüche und Intensitäten sich nurmehr zu entladen brauchen. Aber gerade deshalb ist es umso wichtiger, im jeweiligen Kontext spezifisch zu agieren, immer im Bewusstsein um die Instabilität der Zusammenhänge.

Statt aus der Malerei auszusteigen, greifen die Künstler*innen in Schwaz direkt und überlegt auf die technischen, narrativen und ikonischen Arsenale von Malerei zu und erweitern den Resonanzraum ihrer Bilder. Umstandslos schalten sie zwischen gegenständlichen und abstrakten Registern hin- und her, beobachten, vor welchem Hintergrund Figuren auftauchen, bringen die Verhältnisse von autonomen Einzelbild zur Serie, von Geste, Abdruck und Linie zueinander in Stellung und erschließen über die Verwendung unüblicher Materialien weitere Kontexte.

Birke Gorm arbeitet nicht mit Pinsel und Farbe auf Leinwand, sondern mit Nadel und (Jute-)Faden, den sie teilweise aus aufgelösten Säcken gewinnt. Ihre hybriden Arbeiten, sind ebenso von dekorativem Kunsthandwerk und Amateurkunst wie von der Ikonografie der älteren bis jüngsten Malereigeschichte inspiriert, die wörtlich und bildlich gesprochen durch mehrere Schichten verdichteten Gewebes hindurch schimmern.

Nora Kapfer trägt Bitumen auf mittelformatige Leinwände auf. Bitumen ist ein zähflüssiger, natürlich vorkommender oder aus Erdöl gewonnener Rohstoff, ein Teerähnlicher Asphalt - Erdpech -, der schon im Altertum als Werkstoff und Farbe verwendet wurde. Auf ihren Arbeiten bildet es eine nie vollständig trocknende, dunkelglänzende Oberfläche, aus deren Tiefe einfache, wiedererkennbare Formen aufzusteigen scheinen. Die motivische Reduktion ihres Vokabulars adressiert die Betrachter*innen auf direktere, körperlichere Art, als die mehr auf die Binnenzeichnung konzentrierten Bilder von Matthias Noggler.

Noggler arbeitet mit verschiedenen malerischen Techniken und Stilen, die er je nach Ausstellungssituation variiert oder in Bezug zueinander setzt. In Schwaz zeigt er eine Serie abstrahierter Figurenkonstellationen vor schwarzem Bildgrund, die in sequenzieller Abfolge amorphe bis architektonische Strukturen evozieren und sich zu schematischornamenthaften Sozialkörpern formen.

Birke Gorm, Nora Kapfer und Matthias Noggler sind nicht „hungrig nach Bildern“, wie noch die Generation ihrer Eltern. Sie gehen Malerei und die zu jeder Zeit an sie gestellten individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen mit konzeptueller Genauigkeit und Neugier an. Das Schöne daran ist, dass sie es dabei nicht an beträchtlicher „jouissance“ missen lassen.

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