Vierviertelmond, Foto: Ramona Waldner
Ausstellung

Vierviertelmond

Das RLB Atelier in Lienz zeigt die Ausstellung "Vierviertelmond" von Irene Hopfgartner

Kategorie

Ausstellungen

Datum

17.06.2019 - 30.08.2019

Veranstaltungsort

RLB Atelier
Johannesplatz 4
9900 Lienz

Beschreibung

Wie natürlich ist unsere Natur?
Wo liegen die Grenzen zwischen urwüchsiger und geformter Natur? Wie viel Künstlichkeit verträgt die Natur? Fragen wie diesen spürt Irene Hopfgartner mit ihren Fotografien, Objekten und Installationen nach und ergründet dabei unsere Auffassung von Natur.

Die Ausstellung „Vierviertelmond“ von Irene Hopfgartner wird am Freitag, 14. Juni, um 19.00 Uhr im RLB Atelier in der Bankstelle Lienz der RLB Tirol AG offiziell eröffnet und ist dort bis 30. August zu sehen.


Öffnungszeiten
Montag –Freitag: 8.30–12.15 Uhr
und 14.00–16.30 Uhr

Eröffnung:
Freitag, 14. Juni 2019, 19.00 Uhr, RLB Atelier, Johannesplatz 4, Lienz


Kontaktdaten

Mag. Silvia Höller
Leiterin der RLB Kunstbrücke
Raiffeisen-Landesbank Tirol
Adamgasse 1-7, 6020 Innsbruck
T. +43.512.530513566

silvia.hoeller@rlb-kunstbruecke.at

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Die Spuren des Menschen in der Natur sind heute allgegenwärtig. Gentechnik, Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung, Artensterben und Klimawandel sind nur einige Aspekte in diesem Zusammenhang. Mit Eingriffen des Menschen in die Natur wie auch mit natürlichen Prozessen setzt sich Irene Hopfgartner feinsinnig wie augenzwinkernd auseinander.

 

Inspiriert von naturhistorischen Sammlungen ordnet, archiviert, konserviert und manipuliert die 1986 in Bruneck geborene und heute in Wien lebende Künstlerin botanische und zoologische Artefakte. Schön säuberlich arrangiert sie in ihren Fotoarbeiten Flechten, Blüten, Blätter, Insekten, Kleintiere oder Teile davon in einem ästhetisch sterilen Setting.

 

Seit der Geburt des ersten geklonten Tieres, Schaf Dolly, sind 23 Jahre vergangen. Die Gentechnik hat sich seither rasant weiterentwickelt. In Anspielung darauf mischt Hopfgartner in ihren Fotografien Natürliches mit Künstlichem und bindet dabei öfters auch laborhaft anmutende Elemente mit ein. Auch das Motiv der Verdoppelung, das sie in vielen ihrer Objekte aus Tierpräparaten aufgreift, ist als Verweis auf Klonungsverfahren zu verstehen.

 

„Wir bestaunen die wilde Natur und scheinbar ursprüngliche Landschaften, sind verzückt von Seen und vom Meer – und merken nicht, dass es sich dabei nicht mehr um unberührte Natur handelt, sondern um gezähmte und vom Menschen drapierte Natur. […] Moderne Technik macht sich die Strukturen der Natur zunutze und Bioprinter werden künftig Organe für den medizinischen Gebrauch „drucken“. Da stellt sich die Frage: Was ist noch wilde, ursprüngliche Natur?“, so Hopfgartner im begleitenden Ausstellungskatalog.

 

Für die Ausstellung im RLB Atelier hat die Künstlerin eine Reihe neuer Fotoarbeiten wie auch die titelgebende Installation „Vierviertelmond“ (2019) realisiert. Dort sitzt ein kleiner Vogel, ein Krummschnabel, auf einem Baumstamm, der auf einem Kunstrasen steht. Der Vogel blickt steil nach oben und hält im Schnabel die Schnur eines großen roten Luftballons. Der Krummschnabel ist dabei eine erstarrte Repräsentation seiner selbst, während der im Luftzug leicht wankende Ballon zum scheinbar lebendigen Gegenpol mutiert.

 

„Ich beschäftige mich in Bildkompositionen und Installationen mit dem Versuch des Konservierens. Das Medium der Fotografie ermöglicht es mir, Naturfragmente vor ihrem natürlichen Verfall festzuhalten: etwa Blüten, die wenige Augenblicke nach dem Fotografieren zerknittern und verwelken, oder Pilze, die bald darauf in sich zusammenfallen. Diesen flüchtigen Moment des „Kurz-Vorher“ versuche ich einzufangen und für immer festzuhalten. Auch die Tiere, die ich verwende, scheinen auf den ersten Blick lebendig; auf den zweiten erst wird deutlich, dass es sich um Abbilder und Hüllen handelt – Tod und Leben sind hier in einer formal idealisierten Darstellung eng miteinander verbunden“, führt die Künstlerin im Interview weiter aus.

 

Irene Hopfgartner „umkreist die Lust an der Systematisierung von Natur, an ihrer Inszenierung und Nachahmung, an der Idylle des Stilllebens und der Domestizierung von Flora und Fauna – und sie zeigt anhand von Irritationen, die sich oft erst im Laufe einer längeren Betrachtung offenbaren, das Abgründige, das mit dieser Lust verbunden ist: die Stillstellung des Lebens, den Tod der Natur (die Nature morte) und den durchdringenden Zugriff des Menschen“, schreibt der Kunsthistoriker Jürgen Tabor in seinem Katalogbeitrag.

 

Zur Ausstellung erscheint ein 64-seitiger gleichnamiger Katalog mit einem Textbeitrag von Jürgen Tabor und einem von Silvia Höller geführten Interview mit Irene Hopfgartner.