Die Ausstellung AND präsentiert zwei unabhängig voneinander konzipierte, experimentelle Arbeiten, welche die Bedeutung und Funktion von virtuellen und physischen Räumen untersuchen.
Ausstellung

AND: intra space & head in a cloud

Die Ausstellung AND präsentiert zwei unabhängig voneinander konzipierte, experimentelle Arbeiten, welche die Bedeutung und Funktion von virtuellen und physischen Räumen untersuchen.

Kategorie

Kunst / Fotografie / Architektur

Datum

11.01.2019 - 22.02.2019

Veranstaltungsort

Adambräu
Lois Welzenbacher Str. 1
6020 Innsbruck

Beschreibung

Im Zentrum stehen auditive und visuelle Sinneserfahrungen, die virtuelle Welten als interaktive Wahrnehmungsräume für den menschlichen Körper in Echtzeit erfahrbar machen. Gezeigt werden Rauminstallationen von Valerie Messini und Damjan Minovski (2MVD) sowie von Christina Jauernik und Wolfgang Tschapeller mit dem Projektteam von INTRA SPACE.

Ausstellungseröffnung: 
Donnerstag, 10. Januar 2019, 19.00 Uhr
mit Arno Ritter (Leiter aut), Christina Jauernik und Valerie Messini

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 11.00 bis 18.00 Uhr
Sa: 11.00 bis 17.00 Uhr
an Feiertagen geschlossen

Kontaktdaten

aut. architektur und tirol
im Adambräu
Lois Welzenbacher Platz 1
6020 Innsbruck
T. +43.512.571567

office@aut.cc
www.aut.cc

Rahmenprogramm

INTRA SPACE, Performance Screening SLEEP, Dominikanerbastei, Wien 2017; Foto: Ludwig Löckinger

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19.00 Uhr
Vortrag der Architekturtheoretikerin Vera Bühlmann
https://aut.cc/veranstaltungen/vortrag-vera-buehlmann
Donnerstag, 24. Januar 2019, 19.00 Uhr
Diskussion: "Über die Zukunft des Virtuellen im Realen"
mit Christina Jauernik, Wolfgang Tschapeller, Valerie Messini, Damjan Minovski
Moderation Kathrin Aste
https://aut.cc/veranstaltungen/diskussion-ueber-die-zukunft-des-virtuellen-im-realen
Donnerstag, 31. Januar 2019, 19.00 Uhr
Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser
https://aut.cc/veranstaltungen/vortrag-karin-harrasser
Donnerstag, 07. Februar 2019, 19.00 Uhr
Performance der Tänzerinnen Esther Balfe und Christina Jauernik
https://aut.cc/veranstaltungen/performance-esther-balfe-christina-jauernik

INTRA SPACE, Probe im Set Up – im Kopfraum von Bob, 2017; Foto: Ludwig Löckinger
INTRA SPACE, Probe im Set Up, Scene: Esther Balfe, Christina Jauernik – Handkamera mit Bob, 2017 – Foto: Ludwig Löckinger

Der Aufbruch in die Virtualität, den DenkerInnen, DesignerInnen und KünstlerInnen schon seit den 1960er Jahren thematisierten, wird mit modernen technologischen Mitteln umgesetzt. Die installierten Arbeiten geben Einblick in aktuelle, experimentelle architektonische Forschungs- und Entwurfsprozesse. Im Zentrum stehen auditive und visuelle Sinneserfahrungen, die virtuelle Welten als interaktive Wahrnehmungsräume für den menschlichen Körper in Echtzeit erfahrbar machen.

Gezeigt werden Rauminstallationen von Valerie Messini und Damjan Minovski (2MVD) sowie von Christina Jauernik und Wolfgang Tschapeller mit dem Projektteam von INTRA SPACE.

Die BesucherInnen changieren zwischen Akteur- und Betrachterpositionen, können in das Geschehen eingreifen und zum bestimmenden Faktor für das Erlebte werden. Der eigene Körper fungiert als ?Schwellenzone", als sensitives, empfindsames Wahrnehmungsorgan. Die Grenze zwischen realen Räumen, virtuellen Architekturen und der eigenen Körperwahrnehmung wird unscharf und provoziert ?Spekulationen" über das Verschmelzen von Körper mit / zu Technologien und Realitäten mit / zu Virtualitäten.

Analog zu "The Powers of Ten" (1968 - 77) der ArchitektInnen Ray und Charles Eames, dem "TV Helm" (1967) des Bildhauers und Architekten Walter Pichler, Stanislaw Lems sowie Andrei Tarkovskys Science-Fiction Roman und Verfilmung "Solaris" (1961 /1972), "Der überreizte Körper als Infrastruktur" (1994) des Philosophen Paul Virilio, Architekturhistoriker Georges Teyssots "The Mutant Body of Architecture" (1998), "L'Intrus" (2000) des Philosophen Jean-Luc Nancy, Biologin und Wissenschaftsphilosophin Donna Haraways ?Companion Species" (2003) und "Leviathan" (2012) der ethnographischen Filmemacher Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor werden ein technisch durchdrungenes Wesen, veränderte Wahrnehmungsmöglichkeiten, Identitätskonstruktionen und Körper in Bewegung verhandelt und betrachtet. 

Dynamische Formen der Interaktion werden erforscht, indem reale Körper in virtuelle Landschaften und virtuelle Figuren in reale Räume projiziert werden. So ergibt sich eine Verschränkung zwischen Virtualität und Materialität, eine Komposition zweier Ansätze, die den menschlichen Körper als Ausgangspunkt und Vermittler betrachten. In virtuellen Raumerfahrungen am eigenen Körper, zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen virtueller Illusion und dinglicher Welt, werden Subjekt-positionen multipliziert, verlagert, geteilt und in-Bewegung-gesetzt, wodurch Perspektiven, Identitäten, Objekte und Subjekte zu oszillieren beginnen. 

Was findet man in der Virtualität? Noch mehr Dichte, oder endlich Leere? Unser Alltag scheint von Hypereffizienz, Gleichzeitigkeit und Ortlosigkeit durchsetzt. Die stete Ausbreitung des virtuellen Raumes beeinflusst die Wahrnehmung des physischen bzw. des gebauten Raumes. Was sind die möglichen Auswirkungen der Virtualisierung auf das architektonische Denken und die Raumproduktion? Schreiben wir die derzeitigen technologischen und wissenschaftlichen Entwicklungen weiter wie bisher, stellt sich die Frage, welche Rolle die Architektur unter diesen Voraussetzungen spielen wird.

?Understanding Media: "The Extensions of Man" (1964) des Medientheoretikers Marshall McLuhan, der immersive Helm "Head-Mounted-Display" (1968) zur Simulation dreidimensionaler Umgebung des Ingenieurs und Pioniers der Computergrafik Ivan Sutherland oder auch "Das aufblasbare Büro, für temporäres Arbeiten an den verschiedensten Orten" (1969) des Architekten Hans Hollein nehmen diese Entwicklung vorweg. Sie sind freidenkerische Erweiterungen des Raums und markieren jenen Quantensprung von der physischen in die virtuelle Welt. Sie behandeln weniger die Psyche des Einzelnen als vielmehr eine Suche nach einer neuen Definition für Raum.

Ist es eine der Aufgaben unserer Zeit, im endlosen virtuellen Raum Momente der Ruhe zu schaffen? Werden sich die Architektur und der Umgang mit unseren Körpern soweit verändern, dass beide Bereiche möglicherweise symbiotische Beziehungen eingehen und damit ihre traditionelle Rolle aufgeben oder vertauschen werden? Muss man 
die Architektur körperhafter, wie einen ?lebenden" Organismus denken, oder wird unser Körper zunehmend architektonisch wie technisch gestaltet und damit die Raumproduktion eine neue Bedeutung bekommen? Wird der Körper zu einem Phänomen territorialen und technologischen Denkens, der Mensch zu einem unheimlichen Wesen, vertraut und doch so fremd?

intra space
Institut für Kunst und Architektur, Akademie der bildenden Künste Wien 
Projektleitung: Wolfgang Tschapeller
Projektteam: Esther Balfe, Gabrielle Cram, Dennis Del Favero, Dmytro Fedorenko, Christian Freude, Ursula Frohne, Nils Hasler, Christina Jauernik, Ludwig Löckinger, Mohammad Obaid, Simon Oberhammer, Martin Perktold, Franz Pomassl, Diane Shooman, Michael Thielscher, Tom Tucek, Birk Weiberg, Michael Wimmer

In Kooperation mit dem Institut Visual Computing & Human-Centered Technology, TU Wien; iCinema Centre for Interactive Cinema Research, Sydney

Gefördert vom österreichischen Wissenschaftsfond FWF (PEEK AR299-G21)

Christina Jauernik
geb. 1985 in Graz; Studium der Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien und der Universität der Künste in Berlin sowie des zeitgenössischen Tanzes und der Choreografie an der Hogeschool voor de Kunsten in Amsterdam und dem Dartington College of Arts (UK); seit 2015 Dissertantin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts INTRA SPACE am Institut für Kunst und Architektur, Akademie der bildenden Künste Wien; seit 2018 Senior Scientist am Institut für Kunst und Architektur, Akademie der bildenden Künste Wien

Wolfgang Tschapeller
geb. 1956 in Dölsach / Osttirol; Ausbildung zum Tischler; Architekturstudium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und an der Cornell University in Ithaca, N.Y.; seit 1993 Architekturbüro in Wien; seit 2005 Professur an der Akademie der bildenden Künste Wien; seit 2012 Vorstand des Instituts für Kunst und Architektur 

Valerie Messini
geb. 1986 in Bozen (IT); 2004 - 2011 Studium der Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien (Studio Wolf D. Prix); seit 2011 selbstständige Tätigkeit im Bereich Architektur und digitale Kunst; 2011 Ausstellungsarchitektur, Österreichischer Pavillon in Venedig (mit Eva Schlegel und Markus Schienwald); 2011 Coop Himmelb(l)au, 2012 Stiefel & Company Architects, 2013 - 2014 Flying Elephant Studio und Snøhetta; seit 2010 Eva Schlegel (Instal-lationen und Kunst-am-Bau-Projekte); 2014 - 2016 Mitglied des Architekturkollektives SeMF, Wien; seit 2013 Universitätsassistentin am ./studio3 - Institut für experimentelle Architektur, LFU Innsbruck; seit 2017 staatlich befugte Ziviltechnikerin; aktuell Zusammenarbeit mit Damjan Minovski unter dem Namen 2MVD

Damjan Minovski
geb. 1982; Studium der Archi-tektur an der Universität für angewandte Kunst Wien (Studio Wolf D. Prix); seit 2011 freiberuflicher Visual Artist, u. a. Arbeiten für COOP Himmelb(l)au; 2012­ - 2017 Mitglied des Architekturkollektives SeMF, Wien; 2013 - 2015 Mitarbeiter des FWF - Peek Forschungsprojekts "GrAB" an der Universität für angewandte Kunst in Wien: Entwicklung und Bau eines portablen large-scale 3D-Druckers; 2013 - 2015 Uni-versitätsassistent an der Univer-sität für angewandte Kunst Wien (Studio Hani Rashid); 2015 - 2017 Universitätsassistent am Institut für experimentelle Archi-tektur.hochbau, LFU Innsbruck; aktuell unterrichtet er an der Akademie der bildenden Künste Wien

kultur.tirol Geschichten

Geschichten

Spannende Geschichten zum aktuellen Kulturgeschehen.

kultur.tirol Großveranstaltungen

Highlights

Entdecken Sie hier unsere Kultur Highlights.

Eventkalender kultur.tirol

Eventkalender

Finden Sie hier alle aktuellen Kulturereignisse.