Guillaume Tell
4.–28.7.2019: Tiroler Festspiele Erl

zu neuen Ufern in Erl

Giuseppe Verdis „Aida“ ist die zentrale Oper bei den Sommerfestspielen in Erl 2019. Fotos: Xiomara Bender

Italienische Opern, moderner Klang

Erfreulich modern präsentieren sich die Tiroler Festspiele Erl als Opernspielort in ihrem ersten Sommer nach Gustav Kuhn. Denn die zentrale Oper, Giuseppe Verdis „Aida“, wird sonst gerade bei Sommerspielen oft ganz klassisch mit ägyptisch sein wollenden Monumentalbühnenbauten und Elefanten inszeniert. In Erl bildet ein schlichter, klarer Raum die Folie, auf der die Oper um die Sklavin Aida ihren tragischen Lauf nimmt. Musikalisch darf es hingegen wunderbar italienisch werden. Mit der französischen Dirigentin Audrey Saint-Gil konnte eine musikalische Leiterin für das Festspielorchester gefunden werden, deren große Leidenschaft der italienischen Oper gilt und die einen spezifischen Klang mit nach Erl gebracht hat. Italienisch ist auch die zweite Opernproduktion, die in einer Wiederaufnahme mit veränderter Besetzung zu hören ist. Doch auch das 20. Jahrhundert kommt nicht zu kurz: Mit Walter Braunfels’ Oper „Die Vögel“ nach Aristophanes von 1919 steht ein Werk auf dem Spielplan, das zu seiner Entstehungszeit große Aufmerksamkeit erregte und als „absolutes Künstlerwerk“ gehandelt wurde. Und der Komponist der im vergangenen Winter uraufgeführten Oper „Stillhang“, Christian Spitzenstaetter, widmet sich der Musik eines Tiroler Kollegen: Werner Pirchner ist mit seiner Kammermusik bei den Tiroler Festspielen vertreten.

Aida
Aida
Aida

Musikalisch eindrucksvoll, szenisch modern: „Aida“ in Erl

Von Franui bis zum Alm-Trieb

So gelingt den Tiroler Festspielen Erl im Sommer in Oper und Kammermusik eine gute Mischung aus der Fortführung bisheriger Konzeptschwerpunkte und neuen Ideen, was wohl auch an der interimistischen Intendanz von Andreas Leisner liegt. Im diesjährigen Sommerprogramm finden sich Klavierabende, wie sie auch schon früher durchgeführt wurden, oder der obligatorische Auftritt der Musicbanda Franui, diesmal zusammen mit den Strottern. Die Camerata Salzburg kommt, auch Aleksey Igudesman, der einmal mehr die humorvolle Seite der Musik hervorhebt.

Eine besondere Reihe sei zum Schluss genannt: Der „Alm-Trieb“ vereint kammermusikalische Werke vor allem des 20. Jahrhunderts mit Literatur, darunter dramatische Texte von Johann Wolfgang von Goethe bis Thomas Bernhard. Der Titel der drei Konzerte leitet sich dabei eher assoziativ vom sommerlichen Almleben ab. Sie finden – ebenso wie Opern und Konzerte – im Festspielhaus Erl statt.

Alm-Trieb

Zeitgenössische und ältere Musik und Literatur gibt es beim „Alm-Trieb“ zu hören.

Tiroler Festspiele Erl

4. bis 28. Juli 2019

Foto: Peter Kitzbichler

Büro der Tiroler Festspiele Erl
Festspielhaus
Mühlgraben 56 a
6343 Erl
Tel.  0043 5373 81000

www.tiroler-festspiele.at
Passionsspiele Erl

Passionsspiele Erl 2019

Eine ausgeprägte Szenengestaltung des Kreuzweges mit …

Wie klingt unsere Zeit?

Wie klingt unsere Zeit?

Vor 20 Jahren gründete Gerhard Sammer das Tiroler …

Unterwegs mit Max

Unterwegs mit Maximilian I.

In ganz Tirol hat Kaiser Maximilian I. seine Spuren …