Maximilian Familie Strigel
ab 19.2.2019: Museum Goldenes Dachl

Was Bleibt?

„Was bleibt?“ aus der Zeit Maximilians I., fragt das Innsbrucker Museum Goldenes Dachl in einer Sonderausstellung. Titelbild: Bilddatenbank Kunsthistorisches Museum Wien

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Maximilian I. als Herrscher, dem seine Bedeutung für die Nachwelt in vielerlei Hinsicht wichtig war, ist eine geradezu idealtypische Figur, um sich die Frage zu stellen, was heute, 500 Jahre nach seinem Tod, über ihn noch bekannt ist, in der damaligen Form bestehen blieb oder erforscht werden kann. Und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als das Gebäude, an dem sich eine seiner berühmtesten künstlerischen Hinterlassenschaften befindet, das Goldene Dachl? So begibt man sich in der neu eingerichteten Ausstellung im Museum Goldenes Dachl auf eine Reise, die detailreich, historisch fundiert und dennoch mit leichter Hand der Frage nach Maximilians I. Wirkung in der Nachwelt auf den Grund geht.

DAS RATSGEBÄUDE IST MIT EINER ART ÜBERDACHUNG ODER VORDACH VERSEHEN, VON DEM MAN SAGT – UND ES SCHEINT AUCH SO –, DASS ES AUS GOLDENEN SCHINDELN BESTEHT. ICH WEISS NICHT, OB DAS WAHR IST; ABER ICH GLAUBE KAUM, DASS DIE ARMUT DER ÖSTERREICHER DIES MÖGLICH GEMACHT HÄTTE.

Charles de Montesquieu, 1896

2.657 Schindeln, 3,5 kg Gold

Warum etwa ließ Maximilian I. den dreistöckigen Standerker mit dem vergoldeten Dach errichten? Welche Materialien wurden verwendet und welche Szenen ließ er auf den Reliefs und Malereien darstellen? Man erfährt etwa, dass 2.657 vergoldete Schindeln das Dachl bilden und dass für deren Vergoldung 3 bis 3,5 Kilogramm Gold aufgewendet werden mussten. Oder dass sich aus den Reliefs an der Brüstung des Erkers viel Wissenswertes über höfische Sitten, Kleidung und Feste der Zeit um 1500 herauslesen lässt. Am Erker selbst wurden übrigens um 1950 Kopien angebracht, die Originale der Reliefs wurden zur Neueröffnung in Wien restauriert und werden nun in Innsbruck und später in diesem Jahr im Metropolitan Museum in New York ausgestellt.

Goldenes Dachl
Schöner Schein

Dass das Goldene Dachl so schön glänzt, verdankt es 2.657 Schindeln mit einer Auflage aus rund 3,5 Kilogramm Gold.

Kluger Kopf
Ein kluger Kopf …

Maximilian wusste sein markantes Aussehen zu nutzen: Die krumme Nase und das halblange Haar – hier auf dem Cover von Katharina Kaskas Maximilian-Buch – wurden bald zu seinem Markenzeichen.

Affe
Wer genau schaut …

… entdeckt auf dem Prunkerker Besonderes, etwa Tiere wie den Affen.

PR-Star und Wedding Planner

Viel zu erfahren gibt es auch über Maximilians I. besondere Beziehung zu Tirol, über seine herausragenden PR-Fähigkeiten und über politische Zusammenhänge, etwa die Heiratspolitik, die auch nachfolgende Generationen der Familie Habsburg weiterführten, über Reformen im Heiligen Römischen Reich oder die Machtverhältnisse in Europa. Was man sich unter dem Begriff „Reisekönigtum“ vorzustellen hat, wird augenscheinlich, wenn man die Karte studiert, auf der Maximilians I. Reisen in einem einzigen Jahr verzeichnet sind – angesichts der Reisegeschwindigkeit von 30 bis 45 Kilometern pro Tag und der anstrengenden Stunden im Sattel eine Leistung, die selbst pferdebegeisterte Staatsmänner heute kaum mehr in dieser Intensität erbringen könnten.

Figurinen

Wappen und kleine Figuren schmücken das Kreuzrippengewölbe an der Decke des untersten Geschosses des Prunkerkers.

Maximilian I. heute

Das Team des Museum Goldenes Dachl und die Ausstellungsgestalter bogner.knoll nahmen darüber hinaus noch einige Aspekte der Geschichte seit Maximilian I. genauer unter die Lupe, die alles, was bleibt, noch aus einer anderen Perspektive erzählen. Wie sich die Familie Habsburg seit damals verzweigte, ob es Maximilians I. Rettung aus der Martinswand überhaupt bedurft hätte, hätte er eine moderne Ausrüstung gehabt, was den PR-Menschen ausmachte und wie er seine eigene markante Erscheinung zu nutzen wusste – all das sind Erkenntnisse, die Besucher aus dieser informativen, fundierten und unterhaltsamen Schau gewinnen können.

 Ein ausführliches Begleitprogramm zur Sonderausstellung mit Führungen, Lesungen und Konzerten finden Sie auf der Website der Stadt Innsbruck.

Was bleibt?

Sonderausstellung ab 19.2.2019
Weiss Maximilian

Als eine der jüngsten Veröffentlichungen erschien Sabine Weiss’  Biografie Maximilians I. 

Museum Goldenes Dachl
Herzog-Friedrich-Str. 15
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 5360 1441
E-Mail: goldenes.dachl@innsbruck.gv.at
geöffnet: Di–So, 10–17 Uhr

innsbruck.gv.at
Des Kaisers schöne Bücher

Des Kaisers schöne Bücher

Kaiser Maximilian war der erste Herrscher, der systematisch…

Der Kaiser als Büßer

Der Kaiser als Buesser

Am 12. Januar 2019 jährt sich zum 500. Mal der Todestag von…

Was Max wohl macht?

Was Max wohl macht?

Beim Kreativwettbewerb „Tiroler Märchenpreis“ für …