„Guernica – Ikone des Friedens“

Von Picasso inspiriert

Eine Ausstellung rund um den Entwurf einer Guernica-Tapisserie zeigt bis 2. November 2018 in der Innsbrucker Hofburg Kunst im Dienst des Friedens.

Für eine Ikone des Friedens

Pablo Picassos Gemälde „Guernica“ entstand 1937 unter dem Eindruck des Bombardements und der Zerstörung der Stadt Guernica im Spanischen Bürgerkrieg durch deutsche und italienische Truppen – einer der ersten Luftangriffe, die auf die Zivilbevölkerung abzielte. Das rund 3,49 mal 7,77 Meter große Gemälde, eines der bedeutendsten Antikriegsbilder der Welt, war lange Zeit in New York ausgestellt. Nach dem Ende der Franco-Ära kehrte es 1981 nach Madrid zurück und hängt nun im Museo Reina Sofia, begleitet von Entwürfen und Vorstudien. Mehrfach wurde es nachgebildet, etwa aus Fliesen in Guernica selbst oder im Auftrag von Nelson Rockefeller, für den Picasso das Gemälde zwar nicht noch einmal malte, ihm aber eine Nachbildung als gewebtes Wandbild vorschlug. Es sollte die erste von insgesamt 26 Arbeiten der Weberin Jacqueline de La Baume Dürrbach nach Picasso-Motiven werden. Der Entwurf zur Guernica-Tapisserie, den de La Baume Dürrbach in Zusammenarbeit mit Picasso erstellte, hängt vom 21. September bis 3. November 2018 in der Innsbrucker Hofburg.

Schlegel
Bosisio
Turra

Kunstwerke von Eva Schlegel, Robert Bosisio und Simone Turra 

33 künstlerische Positionen

Nicht nur das Gemälde als solches, eine Gouache auf Karton, entfaltet in den historischen Räumen seine Wirkung, es ist auch der Ausgangspunkt für 33 Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die unter dem Titel „Gedanken zu Guernica“ ihre eigenen Kunstwerke zum Thema Frieden zur Ausstellung beigetragen haben. Die Bandbreite reicht dabei von der Partitur zur Elegie „Guernica“ des Komponisten Walter Steffens über eine Tapisserie am Webstuhl von Elfie Baumgartner – ein Work in Progress – bis zur Fotografie eines leeren Raumes, in den Licht fällt, von Eva Schlegel. Gottfried Helnwein steuerte das fotorealistische Gemälde eines Mädchens mit angelegter Maschinenpistole bei – das Bild war auch als Ringturmverhüllung in Wien zu sehen und sorgte dort für heftige Diskussionen –, Xenia Hausner zeigt demgegenüber strukturelle Gewalt: Menschen in einer Mikrowohnung, wie sie speziell in asiatischen Metropolen immer häufiger (und kleiner) werden.

Partitur Guernica
Elegie Guernica

Die Komposition von Walter Steffens für Bratsche und Orchester bezieht sich auf „Guernica“ und kann in der Ausstellung auch angehört werden.

Gottfried Helnwein
Gottfried Helnwein

arbeitet fotorealistisch – und bricht mit der Erwartung von „Friedens“-Bildern

Ilse Haider
Ilse Haider

Beziehungsgeflecht in der NS-Zeit als Bildergalerie

Friedensperspektive

Abstrakte Arbeiten wie jene von Robert Bosisio („Concav“) und erzählerische wie jene von Ilse Haider, die ein Netzwerk an Beziehungen zwischen Persönlichkeiten der 1930er-Jahre darstellt, finden sich hier ebenso wie solche, die ganz konkret auf Kriegsereignisse eingehen. So zeigt die Ausstellung die große und vielfältige Wirkung, die „Guernica“ in künstlerischer Hinsicht bis heute hat – und stärkt so auch die Hoffnung, dass auch die friedliche Aussage dieser Werke bei den Betrachtern ankommt.

Xenia Hausner

Schulwettbewerb zur Ausstellung

Guernica

„Wir laden die Schülerinnen und Schüler zu einer offenen Diskussion über konkrete Wege zur Bewahrung der Freiheit und Rechte und zur Sicherstellung eines Dialogs zwischen Ländern, Regionen, Staaten, Kulturen und Religionen ein.“
Serena Baccaglini, Kuratorin von „Guernica – Ikone des Friedens“

Geschichte und Kunst – ein Wettbewerb für Schüler der Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino
Die Veranstalter laden interessierte Schulklassen in der Zeit zwischen dem 1.10. und 25.10. zu einem Besuch der Ausstellung „Guernica – Ikone des Friedens“ ein. Für diese kostenlose Führung können Lehrpersonen ihre Schulklassen ab sofort unter office@guernica.at anmelden und ihren Wunschtermin bekannt geben. Der Besuch ist jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb.
Künstlerische Arbeiten können bis 31. März 2019 eingereicht werden, die drei besten Bilder werden mit € 2.000,–, € 1.500,– bzw. € 1.000,– prämiert.

Guernica – Ikone des Friedens

21.9.–2.11.2018

Innsbrucker Hofburg
Rennweg 1
6020 Innsbruck
geöffnet tägl. 9–17 Uhr
Te. +43 512 587186-19
hofburg.ibk@burghauptmannschaft.at

www.guernica.at
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