Asmara Cinema Odeon Paul Ott
Ausstellung „Asmara“ im aut 

SChlafende Schöne

Kolonialarchitektur und ihre postkoloniale Aneignung: „Asmara – the Sleeping Beauty“ ist vom 25. Oktober bis 22. Dezember 2018 Thema einer Ausstellung im Innsbrucker aut.

Koloniale Architektur

Ostafrika erlebte in den 1930er-Jahren einen über alle Maßen grausamen Kolonialkrieg, als das faschistische Italien beschloss, nach dem Vorbild des Imperium Romanum rund ums Mittelmeer („mare nostrum“) Land zu erobern und die Bevölkerung zu unterwerfen. Die bereits bestehende italienische Kolonie Eritrea fungierte dabei als Militärstützpunkt im Krieg gegen Abessinien (heute Äthiopien) und wurde 1936 in die Kolonie Ostafrika eingegliedert (bis 1941). In diesen Jahren verwirklichten die Faschisten in der Hauptstadt Asmara ihre Vision einer modernen Stadt und errichteten zahlreiche Bauten.

Asmara Cinema Roma Wett

Kinosaal des Cinema Roma. Foto: Gümter Richard Wett

Welterbe der UNESCO

In der Folge wurde Eritrea britisches Mandatsgebiet, mit Äthiopien zuerst föderiert und schließlich vom Nachbarstaat annektiert, ehe es nach einem jahrzehntelangen Unabhängigkeitskrieg 1993 seine Eigenständigkeit zurückerlangte. Eine Folge dieser politischen Entwicklung ist, dass in Asmara, nun die Hauptstadt des jungen Staates, lange Zeit kaum bauliche Veränderungen gab. Bis heute ist die Architektur des faschistischen Italien prägend, einige ikonische Bauten – Tankstellen, Kinos, Cafés u. a. – sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten und wurden 2017 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Tankstelle Fiat Tagliero Ott
Asmara Bar Zilli Ott
Asmara Cinema Impero Ott

Asmara heute: Tankstelle Fiat Tagliero, Bar Zilli, Cinema Impero, Fotos: Paul Ott

Differenziertes Bild

Das birgt einerseits die Gefahr einer romantischen Verklärung – wenn etwa eine italienische Designfirma, die sich während der Kolonialzeit in Eritrea angesiedelt hatte, heute wieder die „Verschmelzung zweier Welten“ preist, „das Abenteuer von Afrika und den Glamour der italienischen Riviera“. Andererseits bietet die Beschäftigung, mit der Architektur, ihrer ideologischen Interpretation und mit Strategien der Aneignung durch die Bevölkerung von Asmara, die mit ein Grund für die Unterschutzstellung war, die Möglichkeit einer historischen Aufarbeitung von Kolonialismus und postkolonialem Umgang. Die Ausstellung „Asmara – the Sleeping Beauty“ im Innsbrucker aut. architektur und tirol geht diesen unterschiedlichen Aspekten mit großer Sorgfalt nach und zeichnet anhand von Architekturmodellen, Plänen, Fotobüchern und Filmen ein differenziertes Bild der eritreischen, ehemaligen italienischen Kolonialstadt Asmara.

Asmara – the Sleeping Beauty

25.10.–22.12.2018

Asmara, Tankstelle Tamoil, Foto: Paul Ott

aut. architektur und tirol
Lois-Welzenbacher-Platz 1
6020 Innsbruck
Tel. + 43.512.571567
E-Mail: office@aut.cc
geöffnet: Di–Fr 11–18 UhrSa 11–17 Uhr
an Feiertagen geschlossen 

www.aut.cc
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