Ausstellung zur Geschichte von Thaur

rundum thaur

Siedlungsgeschichte, Ausgrabungen und Natur sind die Themen der im September 2018 eröffneten Ausstellung rundum thaur im Romediwirt.

Markante Bauwerke

Wenn man aus dem Inntal hinauf zum Martha-Dorf Thaur nahe Innsbruck schaut, wird der Blick bald an zwei markanten Punkten oberhalb des Ortes hängen bleiben: Zum einen ist dies das hübsche Romedius-Kirchlein, zum anderen der große Mauerbogen der Burgruine, einst die mächtigste Burg in der Region. Dazwischen fällt seit einiger Zeit der neu gebaute Romediwirt auf, der sich in nur einem halben Jahr zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat – und seit Anfang September noch an Anziehungskraft gewonnen hat. Grund dafür ist die Ausstellung rundumthaur im ersten Stock, die viel Unterschiedliches und durchwegs Hochinteressantes aus der Vergangenheit und Gegenwart des Ortes erzählt.

rundum thaur

Schmuck und andere kleine Fundstücke aus der Siedlungsgeschichte Thaurs seit der Jungsteinzeit

Was der Waldboden freigibt

Denn die Geschichte reicht weit zurück. In der Gegend um Thaur ließen sich schon in der Jungsteinzeit Menschen nieder, von damals sowie aus Bronze-, Eisen- und römischer Zeit sind einige Reste erhalten geblieben. In langjähriger Grabungsarbeit wurden Werkzeuge, Keramik und Schmuckstücke gefunden, die nun als kunstvoll gearbeitete, bunte Zeugnisse der Besiedelung seit Jahrtausenden im rundumthaur ausgestellt sind. Im Mittelalter erlebte die Gegend eine Hochblüte: Von einer vermutlich ottonischen Burganlage auf dem Kiechlberg sind noch Reste erhalten, besonders eindrucksvoll ist aber die Thaurer Burg auf dem Schlossberg. Bis vor wenigen Jahren erhoben sich nur mehr wenige Mauerreste aus dem Wald, sie und andere Teile der Burg wurden freigelegt und zurückhaltend ergänzt. Dass die Ausmaße der Burganlage nun wieder nachvollziehbar sind, ist dem Verein Chronos Thaur zu verdanken, der sich mit großem Einsatz um Erhalt, Restaurierung und Erforschung bemüht hat.

Vitrine
Vitrine

mit Keramik Glas und einem Schloss im rundum thaur

Eulen
Eulen im Karwendel

Vier Eulenarten sind im Ausstellungsraum vertreten

Knappe Kunibert
Knappe Kunibert

geleitet mittels App durch die Burganlage

Schmuck, Keramik – und Eulen

Als das auf Projekte für Museum und Bildung spezialisierte Büro Rath & Winkler mit der Gestaltung eines Rundgangs durch die Burganlage und des Ausstellungsraums im Romediwirt betraut wurde, hatte es somit viele verschiedene Geschichten zu erzählen und Ausstellungsobjekte in Szene zu setzen. In Vitrinen im Ausstellungsraum liegen Schmuck und Glasobjekte, Werkzeuge und – als besonders auffallendes Exponat – eine Barbakane, ein leichtes Panzerhemd aus Leder und Metall, das im Mittelalter Ritter vor Hieben schützen sollte. Ein weiterer Bereich der Ausstellung ist den Eulen gewidmet, die im Naturpark Karwendel speziell in der Gegend um Thaur nisten. Vier Eulenarten können in dieser Gegend beobachtet werden, sie sind als Tierpräparate, aber auch mit Eiern und Gewölle ausgestellt. Zudem erzählt ein Film kurzweilig von der ersten Besiedelung und der weiteren Geschichte.

Bogen
Romediuskirche
Barbakane

Holzstelen weisen auf die Stationen der App in der Burganlagen hin. Der Ausblick von Burg und Wirt ist beeindruckend, ebenso wie die Exponate im Inneren, hier ein mittelalterliches Panzerhemd, eine Barbakane.

Knappe Kunibert erzählt

In der Burg laden hölzerne Stelen und Tafeln dazu ein, sich eine App aufs Handy zu laden und sich vom Knappen Kunibert durch die Burganlage geleiten zu lassen. Bilder und Texte zur Geschichte der einzelnen Teile der Burg geben Aufschluss über ihre Bedeutung und ergänzen das, was es vor Ort zu sehen gibt. Eines aber erschließt sich ganz von alleine: Der weite Blick über das Inntal und die umliegenden Berge. Den kann man sowohl von der Burg als auch von der Terrasse des Romediwirts aus genießen – und sich ganz wie ein Burgherr oder eine Burgherrin des Mittelalters fühlen.

Schmuckobjekte

rundum thaur

im Romediwirt

oberhalb von Thaur
6065 Thaur
tägl. 9–17 Uhr
Eintritt frei

www.chronos-thaur.at
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