Kaser meine Flöte
2018 – hörbuch norbert c. kaser

meine floete trinkt musik

Tobias Moretti liest Texte des wichtigsten Lyrikers und Prosadichters aus Südtirol im 20. Jahrhundert, Norbert C. Kaser.

Hörbuch zum 40. Todestag

Vor vierzig Jahren, am 21. August 1978, starb der Dichter Norbert C. Kaser, erst 31 Jahre alt, ein Denker und Dissident, ein Beobachter und Wortfinder wie kaum einer. Zu Lebzeiten erregte er zum einen als scharfer Kritiker der politisch verstrickten vorangegangenen Literatengeneration Aufsehen, zum anderen durch ein literarisches Werk, das durch präzise Schilderungen der Lebenswelten im Südtirol der 1960er- und 1970er-Jahre, Witz und Scharfsinn auszeichnet.

Tobias Moretti

Verzicht auf große Gesten: Tobias Moretti lässt Kasers Sprache wirken. Foto: Christian Hartmann

Gelesen, gehört, gespielt

Der Großteil von Kasers Werken – Lyrik, Prosa und Briefe – erschien erst nach seinem Tod. Seit dem ersten Band „eingeklemmt“ von 1979 ist aber nicht nur die Wertschätzung für dieses so eigenständige literarische Werk ständig gewachsen, es finden sich auch immer wieder neue Zugänge literarischer und wissenschaftlicher Art. Den aktuellsten liefert der Mandelbaum Verlag mit einem Hörbuch mit Musik, das zum 40. Todestag Kasers erschienen ist: „meine floete trinkt musik“ vereint Texte von Kaser, gelesen vom Tiroler Schauspieler Tobias Moretti, musikalisch umrahmt von den Musikern Otto Lechner (Akkordeon, Klavier, Melodica, Valiha und Flöten) und Peter Rosmanith (Perkussion, Schlagzeug, Hang). Das ist ergreifend und voller Witz, farben- und bilderreich, meist ruhig und einfach. Oft greifen Texte und Musik ineinander, die Übergänge sind fließend und wie selbstverständlich entstanden. Nicht nur der Leser Moretti, der diesen fein gearbeiteten Texten die nötige Zurückhaltung angedeihen lässt, auch die Musiker Lechner und Rosmanith sind immer im Gleichklang mit den Worten.

Otto Lechner

Otto Lechner (Bild) und Peter Rosmanith lassen sich nicht zum ersten Mal Musik zu Literatur einfallen. Foto: Klaus Tauber 

Animierte „Scherzi“

Eine Besonderheit ist noch zu nennen: 1969 hat Norbert C. Kaser „10 Scherzi“ (und später ein weiteres) für Wendelgard Beikircher, die Tochter eines Bekannten, gedichtet: sehr knappe Gedichte, in Ton und Sprache für Kinder gemacht. Diese elf Miniaturen sind nun erstmals im Original ohne Übertitel im Booklet abgedruckt und auf einem Hörbuch zu hören. Die Südtiroler Künstlerin Linda Wolfsgruber hat dazu Bilder für das Booklet und einen Animationsfilm gestaltet, der auf Vimeo zu sehen ist. 

Peter Rosmanith

Percussionist Peter Rosmanith traf auch die Auswahl der Texte. Foto: Hans Ringhofer

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