Nautilus und Fächer
Frauen. Kunst und Macht 14.6.–24.10.2018

Kunstsinnige Frauen

Drei Habsburgerinnen mit Macht und Kunstsinn porträtiert die Ausstellung „Frauen. Kunst und Macht“ auf Schloss Ambras. Fotos: KHM-Museumsverband u. a.

An der Schaltstelle

Wunderbare und kunstvolle Dinge aus aller Welt zählten zu den begehrtesten Sammelobjekten der Renaissance. Sie zu besitzen, bedeutete nicht nur, dass man über den Reichtum verfügte, um sie bezahlen zu können, sondern vor allem auch, dass man die Kontakte hatte, um überhaupt an sie heranzukommen. Eine der zentralen Figuren war damals die Habsburger Erzherzogin Katharina (1507–1578), eine Tochter von Philipp dem Schönen und Johanna von Kastilien und Ehefrau von Johann III. von Portugal. Über die portugiesischen Seefahrer gelangten zahlreiche Kostbarkeiten aus Asien, Afrika und Amerika nach Europa. Katharina, die selbst einen Sinn für die schönen, ungewöhnlichen Dinge hatte, genoss innerhalb ihrer Familie großes Ansehen, weil sie diese Kunsthandwerks- und Kunstobjekte beschaffen konnte. Nicht wenige Objekte, die heute in der Kunst- und Wunderkammer von Schloss Ambras, im Kunsthistorischen Museum in Wien und in anderen europäischen Sammlungen zu sehen sind, fanden über Katharina den Weg dorthin.

Katharina von Portugal
Maria von Ungarn
Margarete

Die Habsburgerinnen Katharina (li.) und Maria (o.) sowie ihre Tante Margarete beeinflussten die europäische Politik und Kunst im 16. Jahrhundert. 

Fotos: Museu de São Roque, Santa Casa da Misericórdia de Lisboa/Kunstsammlungen der Veste Coburg, Stadt Coburg und Bundesrepublik Deutschland/KHM-Museumsverband

Margarete, Maria, Katharina

Dass Frauen als Sammlerinnen und Mäzeninnen für die Kunst in Europa große Bedeutung hatten, bleibt oft unbeachtet. Doch gerade die drei Frauen, die im Zentrum der Ausstellung „Frauen. Kunst und Macht“ stehen, nahmen dabei wichtige Rollen ein. Neben Katharina von Portugal sind dies ihre Schwester Maria (1505–1558) und ihre Tante Margarete (1480–1530): Letztere konnte, nachdem sie mit 24 Jahren bereits zwei Mal verwitwet war, der habsburgischen Heiratspolitik zum Trotz eine dritte arrangierte Ehe ablehnen und wurde von ihrem Vater, Kaiser Maximilian, als Statthalterin der burgundischen Niederlande eingesetzt. Sie legte eine umfangreiche Bibliothek an, aus der unter anderem reich gestaltete Handschriften in der Ambraser Ausstellung präsentiert werden. Fast alle Kinder ihres Bruders Philip wurden zur Erziehung zu Margarete an den Hof in Mechelen geschickt, unter ihnen auch Maria, spätere Königin von Ungarn und Nachfolgerin Margaretes als Statthalterin der Niederlande, und Katherina. Maria erweiterte in ihrer Residenz Brüssel die Sammlung Margaretes noch, begründete eine bedeutende Porträtgalerie und ließ dafür einen Anbau an den Brüsseler Palast errichten. Eng in Kontakt mit den Malern und Bildhauern ihrer Zeit, darunter Anthonis Mor, Leone Leoni und Jacques du Broeucq, ist sie durch Großbauten und Kunstwerke verewigt.

Fingerhut
Fingerhut

Goldener Fingerhut mit Rubinen und Saphiren, Ceylon (Sri Lanka), Kotte, um 1550–1600
Gold, Rubine, Saphire, Privatbesitz 

Foto: KHM-Museumsverband

Körbchen
Körbchen aus Goldfiligran

Ormuz (Persischer Golf), spätes 16.
Jahrhundert
Gold

Foto: KHM-Museumsverband

Schälchen
Schälchen

Safawidisch (Schale); Indisch (Fassungen), 16. Jahrhundert (Schale); 17. Jahrhundert (Fassungen)
Hellgrünes Nephrit, Gold, 48 Glassteinchen (blau), 96 farblose Glassteinchen oder Bergkristall (?)

Foto: KHM-Museumsverband

Lackschale
Lackschale

Ryūkyū (?), 2. Hälfte 16. Jahrhundert
Holz (?), Lack, Blattgold

Foto: KHM-Museumsverband

Tischplatte
Tischplatte

Südchina oder Ryūkyū-Inseln (?), Mitte 16. Jahrhunder (vor 1596)
Schwarzer und goldener Lack, Teakholz, Kupferscharniere

Foto (Detail): MAK – Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien

Schönste Sammlerstücke

Auf Schloss Ambras sind einige der schönsten Stücke aus den Sammlungen der drei Frauen, zeitgenössische Darstellungen von ihnen sowie Objekte, die durch sie in andere europäische Sammlungen gelangten, zu sehen. In den Händen dieser Frauen zeigen sich Macht und Kunst gut aufgehoben.

Video mit Veronika Sandbichler

Foto (Detail): KHM-Museumsverband

Frauen. Kunst und Macht

14.6.–24.10.2108
Frauen. Kunst und Macht

Complainte de Marguerite d’Autriche
Foto (Detail): Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv und Grafiksammlung, Wien

Kunsthistorisches Museum Schloss Ambras
Schlossstraße 20
6020 Innsbruck
Tel.  +43/1/52524-4802
info@schlossambras-innsbruck.at

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