Goethe Schiller 2
8.3.–17.5.2019, Treibhaus, Innsbruck

Goethe. Schiller. Staatstheater.

Vom Sturm zum Drang und über die Klassik wieder zurück führt der Weg des Staatstheaters beim Durchforsten von Goethes und Schillers Balladen und Theatertexten. Fotos: Iris und Alois Krug

… der Nachwelt unverloren

Graue Stoffbahnen mit den Schlagworten der Romantik und Französischen Revolution, eine Diskokugel, rote, sich bauschende Kleider, Licht, Musik … viel mehr braucht das Staatstheater in der Ausstattung von Esther Fromann nicht, um Goethe und Schiller den Staub von den Schultern zu pusten. Generationen von Schülern verbanden mit den Balladen und Dramen das öde Auswendiglernen Strophe für Strophe für Strophe. Nun tritt das Staatstheater an, diesen Texten neues Leben einzuhauchen – ein ebenso großer wie geglückter Plan. „Vom Himmel durch die Welt zur Hölle – Das Staatstheater spielt endlich Goethe und Schiller“ nennt sich dieses poetische Varietétheater, das das Ensemble aus Balladen und Theaterzitaten und Goethes Farbenlehre gestaltet hat. Regie führt Mona Kraushaar, für die Produktion zeichnet Ute Heidorn verantwortlich. Auf der Bühne des Innsbrucker Treibhaus ist es vom 8. März bis zum 17. Mai 2019 zu sehen.

Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn gescheh’n.
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
Und ward nicht mehr geseh’n.

Johann Wolfgang von Goethe, Der Fischer

Der Handschuh fällt. Der Taucher taucht.

Balladen? Tatsächlich, Balladen. Wechselweise und gemeinsam ziehen die Schauspieler Frank Röder, Carmen Gratl und Daniela Bjelobradic mit dem Musiker Maurizio Nardo ihre Bahnen durch dieses literarische Universum: „Der Taucher“, „Der Handschuh“, „An den Mond“, „Der Fischer“, ja, sogar „Die Glocke“ reihen sich aneinander, entfalten ihre machtvollen Bilder. Dem entzückenden, kleinen Veilchen, dem unglückseligen Heidenröslein, dem Fischer oder dem sehnsuchtsvoll Leidenden schrieben einst Mozart und Schubert die Musik zum tragischen Schicksal, nun begleiten diese Klänge höchstens als ferner Widerhall die eindringlichen Texte. Gegen Ende spielt der Erlkönig wie ein Serien-Dämon sein grausames Spiel mit Kind und Vater, ehe sich ein schöner Götterfunken leise Bahn bricht. 

Wild bewegt …
Wild bewegt …

… und zart besaitet: Daniela Bjelobradic, Carmen Gratl und Frank Röder

Fotos: Iris und Alois Krug

Balladen
Balladen

Intensive Theatererfahrung statt öden Auswendiglernens

Musik begleitet
Von Musik begleitet

Klangflächen, Entertainment, deutscher Pop … erklingen im Dienste der Poesie.

Ein Veilchen
Zarte Blume. Dämon.

Daniela Bjelobradic schlüpft in die Rolle von Veilchen und Erlkönig

Frank Röder
Frank Röder, …

… Daniela Bjelobradic und Carmen Gratl brennen für Goethe und Schiller.

Große Worte

„Die Poesie hat immer recht“, schrieb einst Friederike Kemper. Wer sich unter der Anleitung des Staatstheaters von der Vorstellung löst, Schillers und Goethes Dichtungen und Dramen seien altmodisch, wird die Schönheit und Weisheit hinter diesen Balladen wahrnehmen. Ein lohnendes Unterfangen, verlässt man den Ort doch berührt und im besten Falle klüger.

Vom Himmel durch die Welt zur Hölle

Das Staatstheater spielt endlich Goethe und Schiller
Staatstheater

8.3.–17.5.2019
Treibhaus
Angerzellgasse 8
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 572000
office@treibhaus.at

www.treibhaus.at
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