Fanny, die Stille-Nacht-Fliege

Das Innsbrucker Department für Musikpädagogik der Universität Mozarteum initiiert unter Leitung von Prof.in Dr.in Heike Henning eine konzertpädagogische Auseinandersetzung der besonderen Art mit dem Lied Stille Nacht. Dieses wurde vor genau 200 Jahren in Oberndorf bei Salzburg komponiert, bevor es viele Jahre und Jahrzehnte später seinen Siegeszug über die ganze Welt antrat.

Das Sonderbare und Wunderbare/ Ist nicht imstande, ein Kind zu verwirren./ Weil Kinder wie/ Fliegen durch ihre Jahre/ Schwirren. – Nicht wissend, wo sie sind.

(J. RINGELNATZ 1883-1939)

Wer bislang dachte, dass Kinder und Fliegen sich nur darin ähnlich sind, dass beide klein und lebhaft sind, der hat sich geirrt! Sonderbares und Wunderbares lässt sich durch Kinder- aber auch durch Fliegeaugen erfahren: Bester Beweis sind die beiden zeitreisenden Fliegen Frederik von Holdenacht und die fesche Fliege Fanny, die Hauptfiguren der musikalischen Erzählung Fanny, die Stille-Nacht-Fliege. Die beiden Summ-Meister entführen ihr Publikum – das Konzert ist konzipiert für Kinder ab vier Jahren – in das Reich der Fliegen und berichten von der wahren Entstehungsgeschichte des berühmten Weihnachtsliedes, die den Menschen bis dato verborgen geblieben ist und nur unter den Fliegen bekannten war. 

Leiterin und Initiatorin dieses musikpädagogischen Projekts ist Prof.in Dr.in Heike Henning, sie hat den Lehrstuhl für Instrumental- und Gesangspädagogik am Department Innsbruck der Universität Mozarteum inne. Ihr Ziel ist es, einen phantasievollen Umgang mit diesem weltbekannten und traditionsreichen Lied anzuregen, jenseits eines religiösen Ansinnens. Die Kinder sollen eingeladen werden zum (Mit-)Musizieren, ästhetisch-künstlerische Impulse erhalten, und vor allem Spaß an Musik bekommen.

Szenisch und musikalisch umgesetzt wird Fanny, die Stille-Nacht-Fliege von Musikstudierenden des Mozarteums Innsbruck. Die Weitergabe von Wissen an nachfolgende Generationen von (Musik-)Pädagoginnen und Pädagogen ist Heike Henning ein zentrales Anliegen: „Das gemeinsame Musizieren und Singen hat so viel Potential Menschen zu verbinden und Brücken zu bauen: Zwischen Laien und Profis, Älteren und Jüngeren, Gestern und Heute.“ Außerdem, so betont Henning, sei jeder Mensch zum künstlerischen Ausdruck fähig. Dies gelte es zu fördern und sei wiederum Aufgabe von Musikpädagogen und -pädagoginnen. „In einem konzertpädagogischen Lehrveranstaltungs-Projekt wie diesem lernen Studierende, sich in Kinder einzufühlen, für sie zu musizieren und schauspielern und als Musikvermittlende und Musizierende in einem zu agieren. So haben sie die Möglichkeit, den Bereich der Konzertpädagogik und Musikvermittlung für sich zu entdecken.“

Das Projekt ist mehrjährig angelegt, wobei nach und nach sämtliche Orte bespielt werden sollen, die in Zusammenhang mit der Entstehung und Verbreitung des Stille Nacht Liedes stehen. Erste Aufführungsorte werden zunächst die von der Stille-Nacht-Forschung weniger beachteten Orte Innsbruck und Nürnberg sein. Dort soll die musikalische Erzählung für Gruppen aus Kindertagesstätten und Volksschulklassen angeboten werden. Premiere hat das Stück im Dezember 2018 in Nürnberg.

Das Kinderkonzert selbst ist aber nur einer von drei Bausteinen des musikpädagogischen Vorhabens. Henning wichtig, dass von dem Projekt eine nachhaltigere Wirkung ausgehen soll: „Damit Fanny, die Stille-Nacht-Fliege mehr als ein einmalig schönes Erlebnis für Kinder und deren pädagogische Leitungen wird, werden zusätzlich als zweite Säule des Projektes kostenfreie Fortbildungen für alle Erzieherinnen und Erzieher und Volksschullehrerinnen und -lehrer angeboten. Im Fokus stehen hier praktische Handreichungen und nützliches Hintergrundwissen zur Kinderstimmbildung und Lieddidaktik, die das tägliche Singen mit Kindern in Schule und Kindergarten erleichtern.“ 

Dritte Säule, so Henning, sei das Erstellen von didaktischem Material, das dann ebenfalls kostenlos online zur verfügbar sein wird. Finanziell gefördert wird das Projekt Fanny, die Stille-Nacht-Fliege vom Land Tirol.

Sind wir also gespannt, in welch sonderbare und wunderbare Welten die beiden Fliegen uns ab der kommenden Weihnachtszeit entführen und was wir von ihnen lernen können!

Interessierte Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten sowie Volksschullehrerinnen und -lehrer können sich um eine kostenfreie Teilnahme bereits bewerben. Der genaue Termin wird dann vereinbart. 

Zeitraum 2018:

  • 12.12.-14.12. 2018 in Nürnberg 
  • 20 und 21.12.2018 in Innsbruck

Bei Fragen oder wenn Sie sich und Ihre Gruppe/ Klasse unverbindlich anmelden wollen, wenden sie sich bitte an Prof.in Dr.in Heike Henning: heike.henning@moz.ac.at

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