Die reine Pracht der Stoffe

In der Hofburg Innsbruck

Die Geschichte der Habsburgerin Maria Theresia und die Ausstellung ihrer und anderer Prunkgemächer und Gewänder

Maria Theresia

Mit der Hofburg Innsbruck verbindet die Habsburgerin Maria Theresia und ihren Mann Franz Stephan von Lothringen eine besondere Geschichte. Als 1765 einer ihrer Söhne der spätere Kaiser Leopold II., die spanische Prinzessin Maria Ludovica heiratete, legte Maria Theresia wohl auch aus politischen Gründen Innsbruck als Hochzeitsort fest und reiste mit Hunderten Angehörigen des Hofstaates und Bediensteten in die Alpenstadt. Mit dem glücklichen Ereignis verband sich jedoch ein – auch für die Kaiserin persönlich – besonders tragisches: der plötzliche Tod von Franz Stephan während der Feierlichkeiten.

In ihren weiteren Lebensjahren trug Maria Theresia ausschließlich schwarze Kleider und verzichtete auf Schmuck. Ein besonders schönes Kleidungsstück ihres verstorbenen Gatten, einen Morgenmantel, arbeitete sie eigenhändig zu einem Messgewand (= Kasel) um, das in der Kapelle des Damenstifts Verwendung fand. „Das Mess-Kleid, wo etwas von meiner Arbeit dabei ist“, schrieb sie dazu, „ist der werthe Schlafrock, den der seligste Kaiser niemals in meiner glückseligsten Ehe, deren 29 Jahre, 6 Monat, 6 Täge – diesen Schlafrock hat er niemals unterlassen, allezeit zu tragen. Es hat mir viel gekostet, diesen von mir zu lassen, ich habe aber geglaubt, Gott kein grössers Sacrifice machen zu können.“

Das Toilettenzimmer für Kaiserin Elisabeth in der Hofburg Innsbruck

Toilettenzimmer für Kaiserin Elisabeth in der Hofburg Innsbruck Foto: Burghauptmannschaft Österreich, Günter Richard Wett

Die Hofburg als Ausgangspunkt der Ausstellung

Heute zählt das Messgewand zu den Prunkstücken in der Sammlung der Hofburg Innsbruck, sie ist aber bei weitem nicht das einzige. Vielmehr überzeugt der gesamte Bereich der kaiserlichen Prunkgemächer mit textiler Pracht. Nachdem Maria Theresia die Hofburg barockisieren ließ, ließ sie die Räume zum einen mit prächtigen Familienbildnissen ausstatten, die Aufschluss über die höfische Mode jener Zeit geben. Zum anderen fanden Stoffe wie wertvoller Seidenbrokat Verwendung bei Wandbespannungen, Vorhängen, einem Thron und einer Festtafel.

Fast noch eindrucksvoller sind die Räume, die Erzherzog Karl Ludwig, der Gouverneur von Tirol, für seine Schwägerin, Kaiserin Elisabeth, in der Hofburg einrichten ließ. Dass Sisi sich in diesen Räumen nur wenige Tage aufgehalten hat, tut dem knallbunten Glanz der Wände und Sofas, der Polsterungen und Teppiche keinen Abbruch. Bei der Restaurierung der Räume zwischen 2006 und 2010 wurden alle diese Stoffe und Teppiche nach Originalmustern nachgewebt, sodass sie heute in der ganzen Pracht des 19. Jahrhunderts erstrahlen.

Kontaktdaten

Maria Theresia auf einem Gemälde in der Hofburg Innsbruck. Foto: Burghauptmannschaft Österreich, Günter Richard Wett

Kaiserliche Hofburg Innsbruck
Rennweg 1
6020 — Innsbruck 
+43.512.587186-12
+43.512.587186-13

hofburg.ibk@burghauptmannschaft.at
www.hofburg-innsbruck.at

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