„Rain“ von van Keersmaeker. Foto: van Aerschot
Theater, Tanz, Musik in Tirol

Das Festivaljahr 2018 planen

Tirol bietet auch 2018 eine Vielzahl von Festivals: von Kammermusik bis Oper, von Bühne bis Literatur. Esther Pirchner

Festivals für jeden Geschmack

Für Freunde von Festivals ist Tirol zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel, denn von den Anziehungspunkten wie den Innsbrucker Festwochen oder dem Osterfestival bis zu den kleinen, chilligen Alternativen irgendwo in den Bergen gibt es eine Menge zu entdecken. Die Termine und oft auch die Programme der Festivals stehen oft schon Monate im Voraus fest, man kann also einiges vorausplanen – oder sich auch spontan zu einem Trip nach Tirol entschließen, um sich die gerade aktuellen Veranstaltungen anzusehen. Auch wenn mit Wiesenrock, fmRiese, Tanzsommer und Festival der Träume vier Festivals ihre Arbeit 2017 beendet haben, hält der Kalender für 2018 noch viele andere sehenswerte Festspiele und Festwochen bereit. Hier ein paar Tipps für das Festivaljahr 2018:

Die Prachtvollen

Keine Frage: Wer die große Bühne und den prächtigen Auftritt liebt, der ist mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik vom 17. Juli bis 27. August 2018 und mit den Tiroler Festspielen Erl Sommer vom 5. bis 29. Juli 2018 gut beraten. Opern aus dem Barock in Innsbruck und aus der Romantik in Erl, Orchester- und Kammerkonzerte, internationale Besetzungen und opulente Ausstattungen verleihen diesen Events ihre Strahlkraft. Zugleich wandeln beide Festivals auch auf anderen Pfaden – etwa mit den Lunchkonzerten im Innsbrucker Hofgarten oder den spartenübergreifenden Auftritten der „Musikbanda Franui“.

Die Innsbrucker Festwochen haben „Bewegte Welten“ als Festivalmotto gewählt, Jürgen Flimm dazu eingeladen, die Oper „Didone abbandonata“ zu inszenieren, und gedenken zudem Instrumentenbauern wie Jacobus Stainer und Rudolf Tutz.

Die Tiroler Festspiele Erl bespielen – seit sie über zwei Festspielhäuser verfügen – neben dem Sommer auch andere Jahreszeiten: Statt Richard Wagner – im Sommer 2018 steht einmal mehr „Die Walküre“ im Zentrum – dominieren zwischen Weihnachten und Dreikönig Belcanto und Klassik. Im März rufen die Erler „Klaviertage“ aus und für Oktober planen sie erstmals auch „Erntedank-Tage“. Einzelne Veranstaltungen in der „Zwischen/Zeit“ sorgen dafür, dass auch in den anderen Monaten Erl seine Kulturhöhepunkte erlebt.

Zwei Jubeljahre

Weit mehr als ein Geheimtipp, und doch in seinem kleinen Rahmen von einer unvergleichlich familiären Atmosphäre und musikalischen Intensität geprägt, ist das Kammermusikfestival Musik im Riesen vom 24. bis 27. Mai 2018. Die insgesamt sechs Konzerte der 15. Ausgabe in Kristallwelten, Werk und Business Building der Firma Swarovski in Wattens lädt internationale Stars der klassischen Musik ein, diesmal unter anderem das Tetzlaff Quartett, das Quatuor Ébène, den Komponisten Philipp Glass, der eines seiner Werke selbst am Klavier spielt, sowie die Alte-Musik-Ensembles Vox Luminis und Les Talens Lyriques mit Tenor Julian Prégardien.

Bereits dreißig Jahre lang ist das Osterfestival Tirol (16. März bis 1. April 2018) in Innsbruck und Hall ein fester Bestandteil der Tiroler Festivallandschaft, diesmal beschäftigt es sich mit dem Thema „über:leben“. Seit je punktet es mit dem Zusammenspiel von Alter und Neuer Musik, mit österlicher Einkehr und einem weit gefassten, Sparten und Länder verbindenden Kulturbegriff. Zu den eindrucksvollsten Ereignissen beim Osterfestival zählen die Aufführungen von zeitgenössischem Tanz, und auch 2018 ist, unter anderem mit der Choreografie „Rain“ von Anne Teresa de Keersmaeker zu Steve Reichs „Music for 18 Musicians“, ein Jahr für Tanzfans.

Julian Prégardien
Hyeyoon Park
Kian Soltani

Sänger Julian Pregardien (li.), Geigerin Hyeyoon Park und Cellist Kian Soltani gastieren bei Musik im Riesen 2018.

Fotos: Julian Prégardien/Georgia Bertazzi/Nikolaj Lund

Allzeit zeitgenössisch

Die Klangspuren Schwaz haben sich als Veranstaltung etabliert, die die intensiven Musikerfahrungen eines Festivals für Neue Musik im September mit der Idee verbindet, Kultur das ganze Jahr über zugänglich zu machen. Workshops, vor allem für Kinder und Jugendliche, Vorträge und Ähnliches finden daher zu allen Zeiten statt.

Electronics unten und oben

Mit Heart of Noise (30. Mai bis 2. Juni 2018) feiert Innsbruck seit einigen Jahren ein Electronic-Festival der internationalen Avantgarde. Zusammengestellt von wahren Aficionados der Szene, immer auch in Beziehung zu Architektur und visuellen Kunstrichtungen, ist Heart of Noise eine Entdeckung sowohl für eingeschworene Fans als auch für jene, die die unterschiedlichsten Facetten elektronischer Musik kennenlernen wollen. Anders als das Electric Mountain Festival (5. und 6. April 2018) und die dazugehörigen Partys, die internationale Superstars wie Burak Yeter nach Sölden im Ötztal bringen, richtet Heart of Noise den Blick auf die Kunst des Lärms abseits des Mainstream. Die absolute Bergerfahrung mit elektronischer Musik gibt es schließlich beim Nordkette Wetterleuchten am 14. und 15. Juli 2018: Einen Tag, eine Nacht und wieder einen Tag lang wird auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck getanzt, Musik gehört, gechillt, gezeltet und gefeiert – und das auch dann, wenn auf 2.000 Metern Seehöhe die Schneeflocken tanzen.

Walküre

Ein Renner bei den Tiroler Festspielen Erl: Richard Wagners „Walküre“. Foto: Xiomara Bender

Bunte Bilder drinnen, draußen, droben

Das Internationale Film Festival Innsbruck, kurz IFFI, bringt im Frühjahr Independentfilme aus aller Welt, Regisseure und Schauspieler nach Innsbruck. Programmatisch stärker am alternativen Mainstream orientiert ist hingegen das Open Air Kino im Zeughaus im August 2018, das unter anderem mit seiner außergewöhnlichen Kulisse überzeugt – übrigens nur eines von vielen Kinos unter freiem Himmel im Sommer in Tirol. Filmkunst und Berg kommen beim Filmfest St. Anton – Berge, Menschen Abenteuer (Ende August) zusammen.

Die Macht des Wortes

Theater in all seiner Vielfalt und andere Kultursparten vermitteln die Initiatoren des Theaterfestivals Steudltenn (April bis September) in Uderns im Zillertal. Hier stehen lokale Produktionen neben internationalen zeitgenössischen Stücken, Musikabende neben Markttagen, Kabarett neben der Avantgarde des Puppenspiels. Gespielt wird in einer ehemaligen Scheune, ein wunderbarer Ort, um Bild, Text und Musik auf sich wirken zu lassen.

Ebenfalls mit einem besonderen Ort warten die Internationalen Literaturtage Sprachsalz im September in Hall in Tirol auf, die das Gros ihrer Lesungen im Parkhotel Hall, einem der Vorzeigebauten der klassischen Moderne in Tirol abhalten. Und beim Krimifest Tirol im Herbst, das bei seiner Premiere 2017 gleich zum größten Krimifestival Österreichs avancierte, wird das ganze Land bespielt. Denn – wie jedermann weiß – Mordgeschichten haben immer und überall Saison.

Desandre Dumford
Viktorija Miskunaite
Katrin Wundsam

Stars bei den Innsbrucker Festwochen: Lea Desandre und Thomas Dunford (l.), Viktorija Miskunaite (o.), Katrin Wundsam

Fotos: Julien Benhamou/Monika Penkute/Julia Spicker

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