Totenfrau Landestheater
„Totenfrau“ am Tiroler Landestheater

Blum auf der Bühne

Aus dem Roman „Totenfrau“ von Bernhard Aichner wird ab 17. Juni 2018 ein Bühnenstück. Zu sehen in den Kammerspielen in der Messe Innsbruck.

Erfolg mit Blutdurst

Wie man zum Bestsellerautor wird und es auch bleibt, hat der Tiroler Autor Bernhard Aichner in den letzten Jahren vor allem mit drei Thrillern demonstriert, in deren Mittelpunkt die Bestatterin Brünhilde Blum steht. Nach mehreren Prosawerken und den lesenswerten Krimis rund um Totengräber Max Broll entwickelte Aichner eine neue Protagonistin und einen markanten, äußerst knappen Stil, ersann eine Geschichte um Liebe, Rache und Verrat, packte alles zwischen zwei Buchdeckel – und zählte flugs zu den erfolgreichen deutschsprachigen Suspense-Autoren. „Totenfrau“ erzählt von der Bestatterin Blum, die Aichner zugleich als liebende Ehefrau und Mutter und als radikale Rächerin porträtierte.

Mit den Nachfolgebänden „Totenhaus“ und „Totenrausch“ schloss Aichner inzwischen seine Blum-Triologie ab, die Bücher wurden mehrfach übersetzt und erschienen auch als Hörbücher, eine Verfilmung von „Totenfrau“ ist in Vorbereitung, renommierte Preise wie der Friedrich-Glauser-Preis 2017 unterstreichen, dass Aichner sich als Krimiautor etabliert hat.

Bücher von Aichner

Drei Thriller schrieb Bernhard Aichner über Brünhilde Blum.
Foto: btb

Abstrakt statt hyperrealistisch

Der neueste Beitrag zum „Totenfrau“-Universum ist eine Adaption fürs Theater, die am 17. Juni 2018 Premiere in den Kammerspielen in der Messe hat und im Herbst ins Haus der Musik übersiedelt. Der Roman hat – mit seinen oft extrem kurzen Szenen und seiner knappen Sprache, viel von einem Film und eignet sich gut für das rasche Tempo am Theater. Die Bühnenfassung erstellte Susanne Felicitas Wolf zusammen mit Bernhard Aichner, Regie führt Thomas Kraus, der schon Aichners Theaterstück „Himmelfahr“ inszeniert hat und bei „Totenfrau“ zusammen mit Katharina Ganner auch das Bühnenbild entwickelt hat. In die Rolle der Brünhilde Blum schlüpft Lisa Hörtnagl.

Anders als die manchmal hyperrealistischen Beschreibungen von Aichner im Roman wird auf der Bühne vieles weitaus weniger explizit dargestellt. Das beginnt schon dabei, dass statt vieler konkreter Szenarien ein abstraktes, veränderbares Bühnenbild für die verschiedenen Orte der Handlung steht. In dem Einheitsraum mit gefliestem Hintergrund stellt ein drehbares Bootsgerippe das Zentrum dar. Durch die Drehung können Szenen und Atmosphäre rasch verändert werden – eine Herausforderung für Hauptdarstellerin Lisa Hörnagl. Anfang und Ende der Geschichte finden auf dem Boot statt, dazwischen bleibt viel Spielraum auch für die Imagination des Zusehers – bis hin zur Frage, ob am Ende möglicherweise doch alles ein Traum gewesen sein könnte.

Dass „Totenfrau“ von vielen mit Spannung erwartet wird, zeigt schon die Tatsache, dass alle bisher festgelegten Aufführungen ausverkauft sind. Für Herbst sind aber weitere Termine geplant.

Bernhard Aichner

Erfolgsautor Bernhard Aichner
Foto: Ursula Aichner

Kammerspiele

ab 17. Juni 2018
Kammerspiele

Kammerspiele in der Messe
Ingenieur-Etzel-Str. 29
6020 Innsbruck
Tel. +43.512.52074.4

landestheater.at
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