Maximilian I Landsknechte
25.5.–12.10.2019: Maximilian I.

Aufbruch in die Neuzeit

Die Hofburg Innsbruck baut dem Kaiser von Mai bis Oktober 2019 zum 500. Todestag Zimmer für jedes Lebensalter.

Des Kaisers neue Räume

Kaiser Maximilian I. (1459–1519) war Ritter, moderner Fürst, Kriegsherr, Stratege, Hochzeiter, Jäger, Fischer, Autor, Bauherr, Förderer von bildender Kunst und Musik, Meister der Selbstinszenierung … und vieles andere mehr. Im Maximilianjahr 2019 wurden schon viele Aspekte dieses vielfältigen und einflussreichen Herrscherlebens beleuchtet, eine gesamte Biografie blieb bisher vor allem den Neuerscheinungen am Buchmarkt vorbehalten. In der Innsbrucker Hofburg wurde dem Kaiser mit der Ausstellung „Maximilian I. – Aufbruch in die Neuzeit (25.5.–12.10.2019) und seinem Leben nun ein ganzes Stockwerk eingerichtet – mit Zimmern für verschiedene Lebensabschnitte oder wesentliche Themen seiner Biografie, mit eindrucksvollen Originalen, plakativen Wand- und Raumgestaltungen und viel moderner Technik – eine Ausstellung zum Schauen, Hören, Angreifen und Riechen, in der sich Besucherin den Kaiser und seine Welt hineinversetzen können.

Kammer Maximilians I.
Kammer Maximilians I.

Ein schlichter Raum zum Lesen, Beten, Schlafen

Erziehung
Erziehung

Wissenschaft, Handwerk und Kriegskunst lernte Maximilian I. in seiner Kindheit.

Verhandelnde Väter
Verhandelnde Väter

Karl der Kühne und Friedrich III. handelten aus, dass Maximilian I. und Maria von Burgund heiraten sollten.

Inszenierte Räume

Schon der Eingang zu den ersten Räumen führt durch einen dunklen Tunnel wie durch ein Loch in der Zeit. Am Ende wartet Maximilian I. in einer holzverkleideten Stube mit duftenden Zweigen, Jagdtrophäen und rustikalen Möbeln. In solch einer recht einfachen Kammer hielt sich der begeisterte Jäger gerne auf – die zahlreichen Jagdsitze, die er sich in seinem Reich einrichten ließ, zeugen davon. Solcherart auf Maximilians I. Ambiente eingestellt, sind Besucher bereit, Leben und Zeit des Herrschers chronologisch zu durchwandern: zunächst von der Geburt über Kindheit und Jugend bis zur Prestigehochzeit mit der Thronerbin Maria von Burgund, die Maximilians I. Herz für sich gewinnen sollte. Schon hier legte man Wert darauf, einen Gesamteindruck entstehen zu lassen: Screens, wandgroße Bildtapeten, Einbauten wie Möbel, ein Zelt oder Objekte aus nachgebildetem Stein ziehen die Blicke auf sich, dazu Wandschriften in der Theuerdank-Schrift, die eigens für Maximilians I. Bücher entworfen wurde. Hörstationen machen Briefe und andere Texte erlebbar, Videos geben Einblicke in historische Forschungen.

Orden zum Goldenen Vlies
Ornat Goldenes Vlies
Rüstung Detail

Der Orden des Goldenen Vlies ging durch Heirat auf Maximilian I. über. Detailreich wie das Ornat war auch die Ausführung von Rüstungen, die in Tirol hergestellt wurden. 

Von der Geburt bis zum leeren Grab

So geht es auch in den folgenden Räumen weiter: Originalobjekte von der Rüstung bis zum wertvollen historischen Buch, von der Waffe bis zum Gemälde wurden in das Erlebnis-Ambiente eingewoben (wenn auch durch Vitrinen geschützt), besonders eindrucksvoll sind etwa die wertvollen Schmuckstücke – Collane – und ein Ornat des Ordens vom Goldenen Vlies, denen der Kaiser als Projektion gegenübersitzt. Anderes wurde reproduziert und überblendet, lässt sich digital durchblättern oder besteht (fast) allein als digitale Inszenierung wie der große Raum am Ausgang, der dem Kenotaph, dem leeren Grab in der Hofburg, und seinen „Wächtern“, den Schwarzen Mandern gewidmet ist.

Weltkugel
Gewürze
Handelsschiff

Der „Erdapfel“, die erste Darstellung der Welt-Kugel, entstand am Vorabend der großen Entdeckungen. Nur wenige Jahre später reiste man um die Welt und brachte seltene Gewürze und andere wertvolle Dinge mit nach Europa. 

Zur Hochzeit reich geschmückt

Den größten Eindruck hinterlassen aber zwei Räume, in denen es durchaus real zugeht: Zum einen ist dies die Hochzeitstafel, an der Maximilian und seine zweite Frau Bianca Maria Sforza Platz genommen haben. Der aufwendige Brautschmuck, von dem nur mehr ein Gemälde zeugt, wurde von Swarovski in vielen Handwerksstunden nachgebildet. Die Replika zählt in ihrem Detailreichtum zu den ansprechendsten Schauobjekten der Ausstellung. Zum anderen ist es ein Raum, der einen Randbereich von Maximilians I. Wirken behandelt: die Weltentdeckung durch Seefahrer, die im Bauch eines Handelsschiffes erlebbar wird. Allein der Duft, den Nelken, Kurkuma, Pfeffer hier verströmen, lässt erahnen, wie viel Neues und Unerwartetes in der Zeit um 1500 auf die Menschen in Europa zukam und welche wesentliche Rolle ein vorausschauender Herrscher wie Maximilian I. in dieser Zeit spielte.

Brautschmuck

Der Brautschmuck von Bianca Maria Sforza ist nur mehr auf einem Gemälde erhalten – für Swarovski eine Vorlage für eine Replika. 

Maximilian I. Aufbruch in die Neuzeit

25.5.–12.10.2019

Porträt Maximilians I.

geöffnet tägl. 9–17 Uhr, am Mittwoch bis 19 Uhr
Hofburg Innsbruck
Rennweg 1
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 58718619
office@maximilian1.at

www.maximilian1.at
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