Musik plus 2018 2019
musik+ 2018/19

50 Jahre Kulturarbeit

Neue und Alte Musik, Tanz und Künstlergespräche – die Bandbreite von einem halben Jahrhundert Kulturarbeit spiegelt sich im Jahresprogramm 2018/19 von musik+.

Reiche Musikgeschichte

Wer heute an die 1968er-Generation denkt, assoziiert damit Blumenkinder und Rockmusik. Doch die Zeit um 1970 war eine des allgemeinen künstlerischen Aufbruchs und der Hinterfragung überkommener Haltungen, etwa in der zeitgenössischen klassischen Musik oder in der Interpretation Alter Musik, die nicht mehr romantisch geprägt, sondern historisch informiert vonstatten ging. Selbst Kultur anzustoßen und im eigenen Umfeld zu veranstalten, den Austausch zu ermöglichen, internationale Strömungen hereinzuholen und mit eigenen Ideen über die Grenzen hinweg auszustrahlen, waren Beweggründe, um Kulturinitiativen ins Leben zu rufen. Ein Beispiel für solche Inspiration mit der größten Kontinuität in Tirol ist die Galerie St. Barbara, 1968 von einer Gruppe junger Haller gegründet, um Kunst auszustellen und zu produzieren und Konzerte, Gespräche und andere künstlerische Formate zu ermöglichen. Mit der Zeit trat die bildende Kunst gegenüber Musik, Tanz, Film und Vermittlungsformaten in den Hintergrund, Festivals wie das Osterfestival kamen hinzu, die Kinder des viele Jahre federführenden Ehepaars Maria und Gerhard Crepaz übernahmen die Agenden oder wurden in anderen Kulturbereichen, etwa bei den Salzburger Festspielen oder dem Theaterfestival Steudltenn tätig.

Philippe Herreweghe
Philippe Herreweghe

Film mit Livemusik mit dem Collegium Vocale Gent

Foto: Wouter Maeckelberghe

Markus Hinterhäuser
Markus Hinterhäuser …

… tritt mit Igor Levit auf

Foto: Franz Neumayr

Das Trio Artio
Das Trio Artio …

… spielt Musik von Haimo Wisser, Werner Pirchner und Johannes Maria Staud.

Foto: Julia Wesely

Programm musik+ 2018/19

Seit je zeichnet die Programme der Galerie St. Barbara aus, einerseits der Alten Musik Raum zu geben, andererseits internationale und Tiroler aktuelle klassische Musik aufzuführen. Sie hat über Jahre hinweg dieselben Weggefährten zu Konzerten eingeladen und zugleich jungen Musikern aus der Region die Möglichkeit zum Auftritt gegeben. Und sie hat Formate entwickelt, die sich von den gängigen abheben – etwa wenn bei „Silvester still feiern“ am 31. Dezember im Barocken Stadtsaal in Hall das Jahr mit Besinnung und innerer Einkehr zu Ende geht. Dementsprechend ist auch das Programm 2018/19 eines, in dem alle diese Elemente Raum greifen, wie die folgenden Beispiele aus der Jubiläumssaison zeigen.

Zu den Wegbegleitern über Jahrzehnte gehört der Interpret und Improvisator John Tilbury (Klavier), der sich der Musik von Morton Feldman widmet. In einem Salon – Tilbury im Gespräch mit Gerhard Crepaz – und einem Konzert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (21. und 22.11.2018, Kurhaus Hall) geleitet er die Zuhörer in die Welt des US-amerikanischen Komponisten, unter anderem mit der Aufführung von „Crippled Symmetry“ von 1983.

Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent stehen für die Alte Musik und ihre historisch informierte Interpretation, bei ihrem Auftritt im Haus der Musik in Innsbruck (23.1.2019) nützen sie gleich die technischen Möglichkeiten des neuen Aufführungsortes und kombinieren barocke Musik live mit den modernen Bildwelten des Films.

Für die Auseinandersetzung mit Neuer Musik und zukunftsweisende künstlerische Experimente steht das Ensemble Phace, das Electronics und Live-Film in seine Aufführung zeitgenössischer Klassik einbindet (8.2.2019, Hall).

An eine langjährige Beschäftigung mit Musik anderer Kulturen knüpft musik+ an, wenn das Trio Chemirani – Vater und zwei Söhne – am 29. November 2018 klassische persische (Percussion-)Musik spielt.

Michael Schöch

Michael Schöch. Foto: Axel Springer, Target Group

Junge und neue Musik

Mit musik+ sozusagen aufgewachsen ist der junge Organist und Pianist Michael Schöch, der seit einigen Jahren eigene Konzertreihen bei musik+ hat. Zurzeit beschäftigt ihn das „Universum Schumann“, das er im Haller Kurhaus am 10. Januar und am 16. Mai 2019 – jeweils eingeleitet von einem „Salon“ am Tag zuvor – musikalisch entstehen lässt.

Der Tiroler Musik an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert widmet sich ein ebenfalls junges Ensemble: Das Trio Artio spielt am 6. Juni 2019 im Kurhaus Hall Musik von Werner Pirchner, Haimo Wisser und Johannes Maria Staud.

musik+ 2018/19

Innsbruck und Hall i. T.
musik+ 2018/19

Galerie St. Barbara
Schmiedgasse 5
6060 Hall in Tirol
Tel. +43.5223.53808
office@musikplus.at

www.musikplus.at
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